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Eine Frau dekoriert Mahlzeiten in der Produktion der LSG Sky Chefs. © dpa / Daniel Reinhardt

Am heutigen Donnerstag steht die nächste Verhandlungsrunde zwischen Arbeitnehmervertretern von LSG Sky Chefs und Noch-Eigentümerin Lufthansa über die Bedingungen rund um den geplanten Verkauf des Caterers an. Mit einer Reihe von Aktionen haben die Arbeitnehmer in der vergangenen Woche auf ihre Befürchtung hingewiesen, dass die ohnehin an vielen internationalen Standorten als prekär empfundenen Arbeitsverhältnisse sich weiter verschlechtern könnten.

So hatten sich Ende vergangener Woche Gewerkschaftsvertreter von 20.000 der weltweit 35.000 LSG-Beschäftigten auf Einladung der European- (ETF) und der International Transport Workers' Federation (ITF) in Frankfurt zu einem "LSG-Gipfel" getroffen, bei dem eine direkt an Lufthansa-Chef Carsten Spohr adressierte Resolution verabschiedet wurde. Diese fordert ein weiteres Mal, den Verkauf abzublasen. Eine Hoffnung die sich jedoch kaum erfüllen wird. Auch wenn man beim Kranich zu dem ganzen Thema auf Nachfrage derzeit nichts sagen möchte, sind die Verkaufsankündigungen doch recht eindeutig.

Das wissen wohl auch die Beschäftigten, weshalb sich die Resolution im Anschluss dem in den letzten Wochen vorrangig kolportierten Ziel widmet, dass sich die Arbeitsbedingungen nach einem Verkauf auf keinen Fall verschlechtern dürften. "Sollten Sie am Verkauf festhalten, akzeptieren wir diesen nicht ohne die Absicherung der Arbeitsplätze und den Erhalt sowie die Verbesserung der Sozialstandards. Nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt," formulieren die Beschäftigten.

Beschäftigte in den USA klagen über prekäre Arbeitsbedingungen

In den USA könnten sich mehr als die Hälfte der 11.000 LSG-Beschäftigten keine Krankenversicherung leisten. Einige Beschäftigte müssten sich verschulden, um zu überleben. Die Bezahlung sei so niedrig, dass viele ihre Miete nicht zahlen können, heißt es in der Resolution. Lufthansa müsse Armutslöhnen ein Ende setzen. Über den anstehenden Verkauf der LSG erwarte man Transparenz und Anstrengungen für Arbeitsplatzsicherheit.

Dem Vernehmen nach wird sich das Rennen um den Zuschlag für die Sky Chefs zwischen dem österreichischen Caterer DO&CO und der schweizerischen Gategroup entscheiden, womöglich schon in kurzer Zeit.

Dabei scheiden sich die Geister von Lufthansa-Management und den LSG-Beschäftigten: Für Lufthansa würde ein Verkauf an DO&CO insofern Sinn machen, als dass es bereits vielfältige Geschäftsbeziehungen gibt, auf die man nach einem Verkauf aufbauen könnte, schließlich werden die Lufthansa-Airlines ein wichtiger LSG-Kunde bleiben. Laut "Handelsblatt" betreibt DO&CO neben dem Catering für die Konzerntochter Austrian Airlines die First-Class-Lounge in Frankfurt und liefert die Delikatessen für die Gäste der ersten Klasse des Dax-Unternehmens. Allerdings stünde bei einem Verkauf an DO&CO eine Zerschlagung der Lufthansa-Tochter im Raum, da die Österreicher bisher nur Interesse am Europa-Geschäft des Caterers gezeigt haben.

Die LSG-Beschäftigten bevorzugen die Gategroup als neuen Eigentümer. Hier wiederum hat Lufthansa Bedenken, dass die Marktmacht eines Zusammenschlusses der beiden Schwergewichte LSG (3,2 Milliarden Euro Umsatz) und Gategroup (4,9 Milliarden Euro Umsatz) zu groß würde und sich negativ auf den Wettbewerb in der Branche auswirken würde.

© dpa, Boris Roessler Lesen Sie auch: LSG-Beschäftigte kämpfen vor Verkauf für "Best Owner Vereinbarung"

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