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Low-Cost-Chefs optimistisch für Zukunft ihrer Airlines

Die Chefs von Wizz Air und Easyjet rechnen damit, sich nach der Krise zügig zu erholen. Während Jozsef Varadi jedoch mit insgesamt weniger Flugverkehr rechnet, geht Johan Lundgren von einem anhaltenden Boom aus.

Flugzeuge von Wizz Air und Easyjet. © AirTeamImages.com / Derek Pedley

Wizz-Air-Chef Jozsef Varadi rechnet mit einer dauerhaft verkleinerten Luftfahrtindustrie nach der Corona-Krise. In einem Webinar des britischen Aviation Club sagte der Manager laut "Reuters" zudem, dass er davon ausgehe, dass noch viele privat finanzierte Fluggesellschaften aufgrund der Krise in die Pleite rutschen.

Am schlimmsten werde es jedoch die traditionellen Netzwerkfluggesellschaften treffen, die sich auf ein Hub-System und Geschäftsreisen stützten. Zwar würden die Regierungen versuchen, nationale Champions über Wasser zu halten "indem gutes Geld schlechtem hinterher geworfen wird", aber das schütze nicht vor dem anhaltenden Nachfrageeinbruch.

Für das Low-Cost-Geschäftsmodell von Wizz Air zeigt sich der Mitbegründer der ungarischen Fluggesellschaft optimistischer. Direkte Routen und günstige Tarife würden nach der Krise schnell nachgefragt werden. "Was Wizz betrifft, so denke ich, dass wir in dem Moment, in dem Covid wegfällt, wieder das Niveau von 2019 erreichen werden".

Regelmäßiger Zugang neuer Flugzeuge soll bleiben

Man ziele darauf ab, der Stückkosten-Vorteil gegenüber Mitbewerbern durch die regelmäßige Lieferung neuer Airbus-Maschinen noch weiter zu vergrößern. Während die Flugzeugauslieferungen seit Beginn der Pandemie stark rückläufig sind, hat Wizz Air seine Airbus-Flotte während der Krise weiter aufgestockt. Zusammen mit der indischen Indigo machte sie etwa ein Viertel der Airbus-Auslieferungen aus.

Das größte Problem für Wizz seien derzeit wie bei den meisten Airlines die variierenden Reisebeschränkungen. "Wir könnten sehr schnell vorankommen, aber es geht nicht um die zugrunde liegende Verbrauchernachfrage, sondern um Beschränkungen, die von den Regierungen auferlegt werden", so Varadi.

Eine etwas andere Entwicklung beschreibt Easyjet-Chef Johan Lundgren in einem aktuellen Interview mit der französischen "La Tribune". Er gehe nicht davon aus, dass man zeitnah mit einem scharfen Ende der Corona-Krise rechnen könne, so Lundgren. Vielmehr komme es im kommenden Jahr auf die "Fähigkeit der Menschheit mit dem Virus zu leben" an. Dies sei unerlässlich, um einen freien Verkehr mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen wie umfangreichen Tests zu ermöglichen, sobald die Pandemie besser unter Kontrolle sei.

Sollte das gelingen rechnet Lundgren spätestens ab 2023 mit einem Boom: "Es besteht kein Zweifel, dass der Aufschwung, sobald er beginnt, außergewöhnlich und stark sein wird. Es besteht eine große Nachfrage, Flugreisen zu unternehmen, Freunde und Familie zu besuchen. Wir wissen, dass der Verkehr zurückkommen wird."

Die Geschäftsmodelle und der stetige Preiskampf in der Branche spielten auf absehbare nur eine untergeordnete Rolle. "Wie hoch der Preis für Flugtickets heute auch sein mag, die Menschen werden nicht reisen, weil sie Angst haben, bei der Ankunft am Zielort oder bei der Rückkehr unter Quarantäne gestellt zu werden". Er unterstütze die Einführung von Schnelltests in Risikogebieten. Lundgren betonte jedoch, dass diese "zuverlässig und preiswert" sein müssen: Reisende "werden für Flugreisen nicht getestet", wenn der Preis höher sei als der eines Flugtickets.

Von: dk

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