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Logistikbranche wirft Politik Planlosigkeit bei Ruhetagen vor

Die Logistikbranche hat der Politik Planlosigkeit bei den vorgesehenen Ruhetagen vorgeworfen und vor negativen Folgen gewarnt.

Das neue Hermes-Logistikzentrum am Flughafen Münster/Osnabrück. © Hermes

Die Logistikbranche wirft Politik Planlosigkeit bei Ruhetagen vor. Der Vorstandssprecher des Verbandes BGL, Dirk Engelhardt, sagte der dpa am Mittwoch: "Gründonnerstag und Karsamstag sollen "Ruhetage" sein, doch was das heißt, verrät die Bundesregierung niemandem.

Unklar ist, wie der Lebensmittelhandel, der am Samstag öffnen darf, beliefert werden soll, wenn alle anderen Unternehmen schließen müssen. Unklar ist, ob die Lkw-Fahrer über Ostern auf Rasthöfen bleiben müssen oder nach Hause fahren dürfen. Antworten darauf bleibt die Bundesregierung schuldig."

Die Logistikprozesse bei Versendern, Speditionen, Häfen, Airports, Transportunternehmen und Empfängern griffen ineinander und könnten nicht von heute auf morgen einfach gestoppt werden. Weiter hieß es, die Logistikbranche ergänze Hygienekonzepte um regelmäßige Tests.

Der DSLV Bundesverband Spedition und Logistik erwartet durch den "Oster-Lockdown" negative Folgen etwa für die Frischelogistik zur Versorgung der Supermärkte. Selbst, wenn es Ausnahmen für die systemrelevante Logistik geben sollte, würden am Gründonnerstag als verordnetem "Ruhetag" bundesweit keine Empfänger bereitstehen, um die Waren anzunehmen, wie der Verband mitteilte. DSLV-Präsident Axel Plaß warnte vor "gewaltigen Abfertigungsstaus" in Logistik- und Lageranlagen, Terminals und Häfen.

Die verkürzten Wochen vor Feiertagen seien für die Dispositionsprozesse in den Speditionshäusern und bei ihren Logistikpartnern ohnehin schon anspruchsvoll, so Plaß. "Das Sendungsvolumen, das regulär in fünf Tagen logistisch bewältigt wird, muss dann auf vier Tage verdichtet werden. Jetzt streicht die Politik ad hoc zwei weitere Werktage - offensichtlich ohne jegliches Bewusstsein für die Konsequenzen."

Von: br, dpa

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