airliners.de Logo

Leipzig/Halle ohne innerdeutsche Flüge in diesem Winter

Lufthansa und Billig-Tochter Eurowings werden in diesem Winter den Flughafen Leipzig/Halle nicht anfliegen. Grund ist die geringe Nachfrage. Politik und Wirtschaft üben scharfe Kritik.

Lufthansa-Maschine am Flughafen Leipzig/Halle. © AirTeamImages.com / Markus Mainka

Lufthansa und Eurowings werden in der kommenden Winterflugplanperiode den Flughafen Leipzig/Halle aus dem Programm nehmen. Das bestätigten die Pressestellen der beiden Fluggesellschaften auf Anfrage von airliners.de. Damit fehlen dem mitteldeutschen Flughafen in diesem Winter innerdeutsche Verbindungen.

Lufthansa nimmt die Strecke von München in die sächsische Metropole aus dem Programm. Zu den Gründen teilte ein Lufthansa-Sprecher mit, dass die Nachfrage leider deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Zudem geht man bei dem Kranich coronabedingt "nicht von einer zeitnahen Erholung der Nachfrage aus", so der Sprecher weiter. Lufthansa plane jedoch "Stand jetzt" die Wiederaufnahme der Flüge für den Sommerflugplan 2021.

Eurowings hatte für diesen Winter lediglich die Verbindung von Düsseldorf nach Leipzig aufgelegt, die nun ausgesetzt werden wird, wie eine Sprecherin der Lufthansa-Tochter gegenüber airliners.de mitteilte. Geplant waren sechs Umläufe pro Woche. In den Sommermonaten standen mit Köln/Bonn und Stuttgart noch zwei innerdeutsche Routen auf dem Flugplan. Auch Eurowings gibt als Grund die fehlende Nachfrageentwicklung an, hofft "die Strecke aber schnellstmöglich wieder aufnehmen zu können".

Trotz dem temporären Rückzug bleibt der Flughafen weiter an ein Drehkreuz der Lufthansa Group angeschlossen. Austrian Airlines teilte mit, dass es aktuell keine Pläne gebe, den Flughafen Leipzig/Halle aus dem Programm zu nehmen. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass die österreichische Lufthansa-Tochter im Oktober die Strecken von Wien nach Leipzig sowie Nürnberg zu einem Flug zusammengelegen werde. Geflogen wird die Verbindung fünfmal pro Woche. Auch bei Lufthansa-Tochter Swiss ist die Strecke von Zürich nach Leipzig derzeit nicht buchbar.

Leipziger OB: Werden für Anbindung kämpfen

Die sächsische Politik und Wirtschaftsverbände haben die Entscheidung der Lufthansa Group stark kritisiert. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sagte der Leipziger Volkszeitung, dass es nicht denbkar sei, dass eine Kongress- und Wissenschaftsstadt ohne direkte Fluganbindung sein könnte. Zwar gestand Jung ein, dass es für den Konzern wirtschaftlich nachvollziehbar wäre, aber die Region brauche die Anbindung und man werde "dafür kämpfen".

Auch Jungs Parteifreund und Landtagsabgeordnete Holger Mann kritisierte die "Abkopplung" und forderte, dass diese nicht von Dauer sein dürfe. "Vage Ankündigungen, dass diese Verbindungen in den Sommerflugplan 2021 wieder aufgenommen werden, reichen bei Weitem nicht aus, um den Akteuren in Leipzig Planungssicherheit zu geben", so Mann weiter.

Leipzigs Messechef Martin Buhl-Wagner sagte laut Leipziger Volkszeitung, dass ein dauerhaftes Aussetzen der Flugverbindung zu den internationalen Drehkreuzen, aus meiner Sicht aber nicht nachvollziehbar und vertretbar wäre. Das würde über die Messe hinaus auch die Wirtschaftsräume Sachsen und Mitteldeutschland gefährden.

Und auch die Leipziger Industrie- und Handelskammer (IHK) zeigt sich empört über die Entscheidung. Es sei ein verheerendes Signal, den Standort vom nationalen und internationalen Flugverkehr förmlich abzuschneiden, so IHK-Präsidentin Kristian Kirpal. Zugleich forderte Kripal alle Beteiligten auf, Gespräche zu führen, damit die Direktverbindungen erhalten bleiben.

Von: br

Lesen Sie jetzt

Lesen Sie mehr über

Flughäfen Leipzig/Halle Lufthansa Eurowings Fluggesellschaften Verkehr Netzwerkplanung Streckeneinstellungen