O'Leary sieht Low-Cost-Langstrecke als sicheren Verlustbringer

Einem Ausbau des Geschäftsmodells erteilt Ryanair-Chef O'Leary eine Absage. Man wisse, dass es nicht geht. Stattdessen teilt der Manager mit, dass sein Problem drei Buchstaben habe.

Ryanair-Chef Michael O'Leary. © dpa / Jasper Jacobs

Der Chef des irischen Billigfliegers Ryanair, Michael O'Leary, will keine Langstreckenflüge anbieten. "Wir haben gesehen, dass es nicht geht", so O'Leary im Interview mit der "Wirtschaftswoche". Die norwegische Billigflieger-Marke Norwegian habe den bestmöglichen Langstreckenbetrieb mit einem schlanken Betrieb, effizienten Flugzeugen und kleineren Airports versucht - "trotzdem haben sie säckeweise Geld verloren".

Die Marktführer wie Lufthansa oder American Airlines hätten den Markt mit Sonderangeboten geflutet. Stattdessen setze er weiter darauf, neben Flügen auch andere Teile einer Reise wie etwa Hotelübernachtungen anzubieten.

Die schwere Krise des Flugzeugbauers Boeing mit seinem Mittelstreckenjet Boeing 737 Max belastet weiterhin auch Europas größten Billigflieger Ryanair. "Wir haben eine Schwierigkeit - und die hat drei Buchstaben", sagt O'Leary. .

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Die irische Airline hätte bis zum kommenden Sommer 58 Maschinen bekommen sollen. "Dann ging das runter auf 30, dann 20, dann zehn und zuletzt vielleicht nur fünf. Eventuell bekommen wir die ersten Jets auch erst im Oktober 2020."

Ryanair hatte insgesamt 135 Exemplare des weiterhin mit einem Flugverbot belegten Mittelstreckenjets bestellt. Die Airline rechnet deswegen im kommenden Sommer mit weniger Passagieren. Über Schadenersatz wolle der Billigflieger mit Boeing erst reden, wenn Flugzeuge geliefert worden sein, sagte O'Leary. Sobald die Maschinen da seien, werde der Konzern weiter wachsen, sagte O'Leary. "Denn wir haben derzeit mehr verführerische Angebote von Flughäfen denn je."

Für 2019 gab Ryanair ein gruppenweites Passagier-Wachstum von neun Prozent auf jetzt 152,4 Millionen Passagiere bekannt.

© Lauda Motion, Montage: airliners.de, Lesen Sie auch: Lauda will billiger produzieren als Ryanair Interview

Von: dk

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