O'Leary: Brexit wird Ryanair-Gewinne vier Jahre lang belasten

Der Brexit wird die Erlöse und Gewinne von Ryanair unter Druck setzen. Das sagte jetzt Airline-Chef Michael O'Leary. Es könnte auch sein, dass die Aktionärsstruktur geändert werden muss.

Ryanair-Chef Michael O'Leary. © EPA / Olivier Hoslet

Der Brexit wird Erlöse und Gewinne des irischen Billigfliegers Ryanair in den kommenden vier Jahren belasten. Das sagte Airline-Chef Michael O'Leary jetzt laut der Nachrichtenagentur "Bloomberg". Er gehe davon aus, dass die Verhandlungen über den Austritt Großbritanniens aus der EU zwischen zwei und vier Jahren dauern.

Die Prognosen für die Wirtschaft in Großbritannien seien schlecht. Im Vereinten Königreich, aber auch in Europa werde das Wachstum langsamer ausfallen, so Brexit-Gegner O'Leary weiter.

Der Airline-Chef deutete außerdem an, dass die Aktionärsstruktur ein Problem werden könnte. Derzeit gehören etwa 45 Prozent der Anteile Investoren aus Drittländern, 20 Prozent der Besitzer sind aus Großbritannien. Sollten letztere nach dem Brexit ebenfalls als Drittlandsaktionäre gelten, wären mehr als 49 Prozent der Fluggesellschaft in der Hand von Investoren außerhalb der EU. Das wäre rechtlich nicht erlaubt.

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Schon Ende August hatte Europas größter Billigflieger seine Aussichten gesenkt. Während im laufenden Geschäftsjahr ein Wachstum von 15 Prozent in Großbritannien erwartet werde, sei im nächsten Geschäftsjahr, das im April beginnt, nur noch mit sechs Prozent zu rechnen, hieß es. Ohne Brexit-Votum würde es weiterhin zweistellige Wachstumsraten geben.

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Die Entscheidung der britischen Bürger wirkt sich aber auch auf die Flottenstrategie des irischen Low-Cost-Carriers aus. Ryanair kündigte an, im kommenden Geschäftsjahr kein einziges der 50 neuen Flugzeuge in Großbritannien zu stationieren.

Von: ch

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