Eurocontrol: vor allem Billigflieger sorgen derzeit für Wachstum

Im Eurocontrol-Raum ist die Anzahl der Flüge nur moderat in den letzten zwei Wochen gestiegen. Doch Billigflieger wie Easyjet, Volotea, Pegasus und Transavia haben daran einen sehr großen Anteil.

Fluglotsen der europäischen Flugsicherungsbehörde Eurocontrol. © dpa / Axel Seideman

Eurocontrol sieht vor allem bei den Low Cost Carriern zunehmenden Verkehr, wie aus dem aktuellen 15 Seiten umfassenden Comprehensive Assessment zur Corona-Krise (PDF) hervorgeht. Dabei vergleicht die Europäische Organisation zur Sicherung der Luftfahrt den 15. Juli mit dem 29. Juli 2020. Zwar stieg die Anzahl der Flüge nur moderat um 736 Stück auf nunmehr 14.911 Flugbewegungen, doch der Großteil davon entfällt auf die Wiederaufnahme des Verkehrs der Billigflieger.

Eurocontrol-Flugbewegungen am 29. Juli 2020 Foto: © Eurocontrol

Besonders viele Flüge hat Easyjet hinzugefügt. 277 Starts sind es zusätzlich verglichen mit dem 15. Juli. Ein Zuwachs 83 Prozent auf 620 Flüge. Volotea hat ebenfalls deutlich mit 96 Flügen auf nunmehr 236 Stück zugelegt, was einem Plus von 69 Prozent entspricht. Dahinter rangiert Pegasus (65 Flüge, +31 Prozent). Auf Platz vier befindet sich Transavia Frankreich mit 48 zusätzlichen Flügen. Aufgrund des niedrigen Niveaus von nur 49 Flügen zuvor, hat der französische Ableger von Air France/KLM seine Flugbewegungen fast verdoppelt.

Ryanair ist an der Spitze

Trotz der enormen Steigerungen, insbesondere von Easyjet, bleibt Ryanair allerdings an der Spitze mit derzeit 895 aufgezeichneten Bewegungen. Der führende LCC in Europa hat sich nur um drei Prozent gesteigert. Es gab aber auch Verluste. So hat Wizz Air nur noch 429 Flüge durchgeführt, 70 weniger als noch vor zwei Wochen. Laut Eurocontrol liegt das an Reisebeschränkungen im Netz der Wizz Air. Das dürfte sich aber bald wieder ändern, da Wizz Air einige Streckenaufnahmen ab Mitte August plant.

Den Zahlen zufolge bewegt sich die Erholung des europäischen Luftverkehrs damit auf dem vorhergesagten Niveau von Mitte April (PDF) für ein koordiniertes Vorgehen. Vorhergesagt war ein Minus von 62 Prozent im Eurocontrol-Raum. Das tatsächliche Minus im Vergleich zum Vorjahr liegt bei 61 Prozent. Die Worst-Case-Annahme (Uncoordinated Measures Scenario) sah sogar ein Minus von 85 Prozent vor. Das konnte offenbar verhindert werden.

© AirTeamImages.com, Moni Shafir Lesen Sie auch: El Al am Boden, Airbus fordert, Easyjet halbiert Wirtschaft & Finanzen

Ohne weitere Effekte, wie etwa eine Winterwelle des Coronavirus, erwartet Eurocontrol ein Niveau von 55 bis 70 Prozent des Vorjahres bis zum Oktober. Dabei bleibt es voraussichtlich weiter vor allem bei innereuropäischen Flügen. Diese sind gewissermaßen vergleichbar mit Inlandsflügen in anderen, großen Ländern. Weltweit erholt sich tendenziell der Binnenmarkt der jeweiligen Länder. Europa ist durch das koordinierte Vorgehen zwischen den Staaten eine Ausnahme und bietet schon jetzt viel internationalen aber weitestgehen europäischen Verkehr an.

Von: as

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