Lauda-Betriebsrat bleibt auf den Barrikaden

Überrascht reagierte Laudamotion auf die artikulierte Unzufriedenheit der Mitarbeiter durch den Betriebsrat. Von "Missverständnissen" war die Rede. Auf Arbeitnehmerseite scheint es die aber nicht zu geben.

Flugbegleiter von Lauda Motion vor einem Airbus A320 der Airline. © Lauda Motion

Der Umgang zwischen der Ryanair-Tochter Lauda und ihren Angestellten erscheint weiter gestört. In einer außerordentlichen Versammlung beschloß der Betriebsrat der österreichischen Fluggesellschaft eine Reihe von Forderungen, die der Geschäftsführung schriftlich übermittelt wurden. Zuvor war es zu einem Streit um Räumlichkeiten für die Arbeitnehmervertretung gekommen, der von der Airline jedoch als Missverständnis dargestellt wurde.

Der Inhalt der nun an den Vorstand übermittelten Forderungen liegt airliners.de vor. So verlangt der Betriebsrat unter anderem, das sämtliche "Verwarnungen" aus den Personalakten gelöscht werden, da es hierzu keine Betriebsvereinbarung gebe. Allerdings sieht das österreichische Arbeitsverfassungsgesetz vor, dass so genannte "schlichte Verwarnungen", vergleichbar mit der deutschen "Abmahnung", auch ohne eine solche Vereinbarung ausgesprochen werden und Eingang in die Akte finden können.

Betriebsrat droht mit Klageweg

Eine weitere Forderung betrifft das "sofortige Ende von Einschüchterungsversuchen" gegenüber Mitarbeitern durch das Verschicken von Drohbriefen wegen Krank- oder Unfit-To-Fly-Meldungen. Eine Praxis, deren Anwendung eine Laudamotion-Sprecherin gegenüber airliners.de zwar zurückgewiesen hat, die jedoch von Mitarbeitern der Mutter Ryanair überall in Europa immer wieder bestätigt und kritisiert wird.

Auch möchte der Betriebsrat das Auslesen von Daten sämtlicher Zutrittskontrollsysteme beenden und die Anrechnung von Vordienstzeiten in Bezug auf Kündigungsfrist und Elternteilzeit durchsetzen.

In der Causa der fehlenden Räume und Arbeitsmittel für die betriebliche Mitbestimmung gehen die Vertreter der Arbeitnehmer erst gar nicht auf ein mögliches "Missverständnis" ein, sondern setzen der Geschäftsführung ein Ultimatum für Büro, Schreibkraft, PC und mehr. Sollte dieses verstreichen, soll geklagt werden.

© Thomas Ramgraber, Lesen Sie auch: Laudamotion-Betriebsrat beklagt "Akt des Angriffs" von Geschäftsführung

Von: dk

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