Lauda-Technik steht unter erhöhter Aufsicht von Austro Control

Lauda hat Ärger mit der österreichischen Aufsichtsbehörde Austro Control. Die MRO-Tochter des Billigfliegers steht unter besonderer Beobachtung. Zuvor hatte es einen Zwischenfall gegeben.

Lauda-Boss Andreas Gruber © Lauda Motion

Die Technik-Sparte von Lauda steht unter "erhöhter Aufsicht". Wie verschiedene Medien berichten, hätte die österreichische Luftfahrtaufsichtsbehörde Austro Control Mängel in der Organisation des Wartungsbetriebes festgestellt, die das Unternehmen abstellen müsse. Die Sicherheit sei jedoch nicht gefährdet.

Bei der erhöhten Aufsicht handele es sich laut eines Sprechers von Austro Control um "eine außergewöhnliche Maßnahme, die nicht oft vorkommt", berichtet der ORF. Damit werfe die Behörde nun "ein genaues Auge auf die Erfüllung aller Auflagen". Das Portal Austrian Wings hatte zuvor berichtet, dass ein Airbus A320 der Airline wegen technischer Probleme in Dublin nicht starten konnte.

Auf dem Hinflug war es den Piloten Berichten zufolge nicht gelungen, eine Funkverbindung zur Flugsicherung herzustellen. Die Cockpit-Crew habe zwar Funksprüche der Lotsen hören, selber jedoch nicht senden können. Darüber hinaus habe es zwei Fume Events gegeben, bei denen Dämpfe aus dem Triebwerk in die Kabinenluft gelangten. Danach hätten Flugbegleiter über Kopfschmerzen und Unwohlsein geklagt und eine Passagierin sei in Ohnmacht gefallen.

Aufsichtsprogramm von Austro Control

"Austro Control als zuständige Aufsichtsbehörde hat gemäß der europäischen Bestimmungen ein Aufsichtsprogramm einzurichten, das für sämtliche Luftfahrtunternehmen, die von der Behörde in Österreich genehmigt sind, gilt", wie ein Sprecher der Behörde gegenüber airliners.de erklärte.

Dieses Programm werde unter Berücksichtigung der spezifischen Natur der Organisation, der Komplexität ihrer Tätigkeiten, der Ergebnisse bisheriger Genehmigungs- und/oder Aufsichtstätigkeiten sowie auf Grundlage einer Bewertung der damit verbundenen Risiken erarbeitet.

Der Sprecher weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass diese Informationen sich nicht unbedingt auf den konkreten Fall bei Lauda beziehen müssen, sondern dass es sich dabei um grundlegende Informationen zur Aufsichtstätigkeit von Austro Control handele. In Bezug auf konkrete Überprüfungen könne er nicht auf Detail-Fragen eingehen.

Beim MRO-Aufsichtsprogramm sind seinen Angaben zufolge unter anderem Audits und Inspektionen, einschließlich Vorfeldinspektionen und unangekündigter Inspektionen vorgesehen. Darüber hinaus gebe es Besprechungen zwischen dem verantwortlichen Betriebsleiter und der zuständigen Behörde, um sicherzustellen, dass beide über wesentliche Probleme auf dem Laufenden bleiben.

Planungszeitraum von 24 Monaten kann verkürzt werden

Der Planungszeitraum für die Aufsichtstätigkeiten betrage grundsätzlich 24 Monate. "Dieser Aufsichtsplanungszeitraum kann verkürzt werden, die Aufsicht somit intensiviert und die Frequenz der Überprüfungen erhöht werden, wenn im Rahmen der Aufsicht festgestellt wird, dass einschlägige Anforderungen nicht eingehalten werden oder das Unternehmen auf die Aufforderung zur Verbesserung nicht entsprechend reagiert", so der Sprecher.

Diese erhöhte Aufsicht erfolge entsprechend internationaler Vorgaben insbesondere dann, wenn ein Unternehmen trotz mehrmaliger Aufforderung Beanstandungen für die Aufsichtsbehörde nicht zufriedenstellend oder gar nicht behebt.

"Im äußersten Fall kann das letztlich bis zu einem Entzug von Genehmigungen durch die Behörde führen", so der Behördensprecher. Beanstandungen könnten auch durch ausländische Behörden festgestellt werden, zum Beispiel im Rahmen von Ramp-Checks auf internationalen Flughäfen.

Expansion und Ärger

Lauda expandiert derzeit sehr schnell und hat dabei immer wieder Ärger mit Mitarbeitern und Gewerkschaften. Laut Berichten von "Aviation Net Online" will Lauda Leiharbeiter mit einem Netto-Gehalt von nur 959 Euro monatlich einsetzen. Die Gewerkschaft Vida wolle dagegen vorgehen.

Im kommenden Sommer soll die A320-Flotte auf 36 Maschinen anwachsen. Derzeit betreibt Lauda nach eigenen Angaben 23 Flugzeuge und wird damit im Jahr 2019 sechs Millionen Passagiere transportieren.

Ab Sommer sollen ab der Heimatbasis Wien 32 neue Routen bedient werden. Die Expansion werde durch den Ausfall von Thomas Cook und Adria Airways möglich, hatte Lauda verkündet.

Von: hr

Lesen Sie jetzt
Themen
Lauda Technik Fluggesellschaften Zwischenfälle Verkehr Austro Control Behörden, Organisationen Flugsicherheit