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Lauda Motion verbucht ersten Gerichtstermin als Erfolg

Lauda Motion und Lufthansa streiten vor Gericht über ehemalige Flugzeuge der Air-Berlin-Tochter Niki. Die Kammer vertagte eine Entscheidung auf November. Airline-Chef Gruber verbucht dies offenbar als Erfolg.

Andreas Gruber. © Lauda Motion, Montage: airliners.de

Der Streit um den von Lufthansa aufgekündigten Leasing-Vertrag über ehemalige Niki-Jets an Lauda Motion reißt nicht ab. Laut "Kurier" hat sich Airline-Chef Andreas Gruber am Wochenende in einem Brief an seine Mitarbeiter gewandt.

Darin schreibt Gruber: "Lufthansa wurde auf Druck des Gerichts dazu gezwungen, sowohl dem Richter als auch Lauda Motion schriftlich zuzusichern, dass keine weiteren Handlungen gesetzt werden, um unseren Flugbetrieb zu stören." Lufthansa wollte sich auf Anfrage von airliners.de nicht dazu äußern.

Entscheidung verschoben

Das Londoner Gericht hat nach übereinstimmenden Berichten vergangenen Freitag eine Entscheidung in dem Fall auf November verschoben. Im Kern geht es um die Frage, ob die Kündigung der Mietverträge durch Lufthansa wirksam ist oder nicht.

Die EU-Kommission hatte zur Bedingung für den Kauf von Air-Berlin-Zeilen gemacht, dass Lufthansa die bereits über Leasing-Geber erworbenen Flugzeuge an einen potenziellen anderen Käufer weitergibt. Gründer Niki Lauda kaufte im Januar für rund 47 Millionen Euro den einst von ihm ins Leben gerufene Ferienflieger Niki zurück.

Streit um Anzahl der Maschinen

Lufthansa vermietet aktuell neun Maschinen an die Niki-Nachfolge-Airline Lauda Motion - ein zehntes komme Ende August hinzu. Doch Lauda und Partnerin Ryanair pochen darauf, dass es elf Flugzeuge sein sollten.

Der Kranich kündigte die Mietverträge über die Maschinen nun auf, weil Lauda zum wiederholten Mal angeblich nicht die vereinbarte Leasing-Rate zahlte. Lauda dementiert dies und legt nach: Lufthansa schulde ihm wegen des Wet-Leases, den seine Airline Zwischenzeit für Eurowings geflogen ist, noch rund 1,5 Millionen Euro.

Lauda verrechnet Zahlungsverpflichtungen mit Wet-Lease-Kosten

Der "Kurier" berichtet, dass Lauda die veranschlagten 300.000 Euro monatlich - die er übrigens nicht für "marktüblich" hält, so wie es in den EU-Auflagen heißt - zurückhalte, bis die Schulden beglichen sein. Allerdings gibt es für diese Information keinerlei Bestätigung und Gruber hatte vergangene Woche betont, dass Lauda Motion pünktlich die Zahlungen leiste.

Lufthansa will die nach eigenen Angaben zehn Flugzeuge für die Flotte der Low-Cost-Tochter Eurowings. Diese hatte bereits 70 Maschinen übernommen, die zuvor bei Air Berlin flogen. Das sei nach Aussage von Operations-Chef Michael Knitter allerdings ein Faktor, der das flexible Reagieren auf Fluglotsenstreiks oder extreme Wetterverhältnisse erschwerte: "All das haben wir vielleicht unterschätzt."

Erwarteten Verlust nach oben korrigiert

Indes wird der Streit von einem tiefroten Schatten belegt: Ryanair veröffentlichte am Montag Zahlen für das erste Quartal und korrigierte auch den Verlust für die Beteiligung Lauda Motion von rund 100 auf 150 Millionen Euro im ersten Jahr. Man erwarte, dass die Airline erst in Jahr drei ihres Betriebs in der Gewinnzone landen werde.

© Ryanair, Lesen Sie auch: Gewinn von Ryanair bricht im ersten Quartal ein

Von: cs

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