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Lauda Motion bekommt neue Farben und mehr Airbus-Maschinen

Ryanair hält nun 75 Prozent an Lauda Motion. Die österreichische Airline soll bis 2019 auf 24 Maschinen wachsen und verspricht ihren Mitarbeitern Verbesserungen.

Neue Lackierung der Lauda-Motion-Flugzeuge. © Lauda Motion

Die Fluggesellschaft Lauda Motion hat gemeinsam mit ihrem neuen Mehrheitseigentümer Ryanair Wachstumspläne für das kommende Jahr angekündigt. Die Österreicher bekommen bis dahin neun weitere Airbus A320, die Airbus-Flotte wächst damit auf 18 Maschinen. Dies teilten die beiden Airline-Chefs Andreas Gruber und Michael O'Leary am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien mit.

Die ersten zusätzlichen Flugzeuge kommen bereits in diesem Herbst, erklärte eine Lauda-Sprecherin gegenüber airliners.de. Weitere sechs Boeing von Ryanair sollen während des Sommerflugplans im Wet-Lease für Lauda Motion unterwegs sein, die Kapazität umfasst damit insgesamt 24 Jets. In diesem Sommer stellt Ryanair zehn Jets für ihre Beteiligung.

Streit um Airbus-Jets der Lufthansa Group

Die bisherigen neun Airbus-Maschinen will Lauda Motion laut einem Bericht des Portals "Austrian Aviation" nach Möglichkeit austauschen. Sie werden von der Lufthansa Group geleast und sind den Österreichern angeblich zu teuer. Um die Maschinen wird ein Rechtsstreit geführt, weil Lufthansa den Vertrag mitten in der Saison kündigte. Lauda Motion habe Leasing-Raten nicht gezahlt, hieß es zur Begründung.

"Die neun zusätzlichen Airbus-Flugzeuge gewährleisten kommendes Jahr ein Passagierwachstum von mindestens 20 Prozent auf fünf Millionen Gäste", sagt Lauda-Motion-Geschäftsführer Gruber. Bereits 2020 soll Lauda Motion laut Gruber auf 30 Maschinen und 6,2 Millionen Passagiere wachsen. Die Airline wäre dann etwa so groß wie die einstige Air-Berlin-Tochter Niki vor der Insolvenz. Airline-Gründer Niki Lauda hatte Niki im Januar in einem Bieterwettstreit übernommen. Die Größenordnung von 30 Jets hatte er ursprünglich erst für 2021 vorgesehen.

Lauda Motion werde bei der Expansion durch die "enorme finanzielle Stärke" von Ryanair unterstütz, erklärte Gruber. Der Billigflieger halte mittlerweile 75 Prozent an der österreichischen Gesellschaft. Die Aufstockung der Beteiligung, die zunächst nur 25 Prozent umfasste, wurde im Juli von der EU-Kommission genehmigt. Die restlichen 25 Prozent verbleiben bis auf weiteres bei der Niki Lauda Holding.

Air-Berlin-Lackierung soll verschwinden

Trotz der Mehrheitsbeteiligung solle Lauda Motion solle als eigenständige österreichische Marke unter dem Dach von Ryanair betrieben werden, betonte Gruber laut der Nachrichtenagentur APA: "Wir wollen keine zweite Ryanair werden."

Lauda Motion hat keinen Druck, alles zu machen, was Ryanair macht.

Ryanair-Chef Michael O'Leary

Ausdruck der "österreichischen Identität" von Lauda Motion sollen auch die neuen Airline-Farben sein. Mit ihrer Einführung verschwindet die alte Air-Berlin-Lackierung von den Flugzeugen. Die erste Maschine werde in rund zwei Wochen umlackiert, heißt es.

Sehr prominent steht künftig der Name Lauda auf dem Flugzeugrumpf und den Triebwerken. "Wir sind sehr froh, den Namen unseres Gründers in die Welt zu tragen", sagte Gruber.

Neue Lackierung der Lauda-Motion-Flugzeuge. Foto: © Lauda Motion

Die Verluste der neuen Airline bezifferte Gruber für 2018 auf 150 Millionen Euro. Bereits 2019 solle die schwarze Null erreicht werden, 2020 erstmals ein Gewinn.

Für die Expansion benötigt Lauda Motion nach Angaben des Geschäftsführers im kommenden Jahr 100 weitere Piloten und 200 weitere Flugbegleiter. Aktuell sind 650 Mitarbeiter beschäftigt.

Um Personal zu gewinnen, stellte Gruber am Mittwoch auch bessere Konditionen in Aussicht. Flugkapitäne sollen bis zu 180.000 Euro Jahresgehalt einschließlich Flugzulagen bekommen, mindestens aber 90.000 Euro Grundgehalt. Für Erste Offiziere bewegt sich die Spanne zwischen 46.000 und 70.000 Euro. Zuletzt hatte Lauda Motion im Juni die Pilotengehälter erhöht.

Außerdem will Lauda Motion im Winter die Dienstpläne für das fliegende Personal stabilisieren. Auf fünf Arbeitstage sollen jeweils drei freie Tage folgen.

Seit März verhandelt die Airline über einen Kollektivvertrag für alle Mitarbeiter mit der Gewerkschaft GPA. Anfang August legte sie einen neuen Vorschlag vor. Eine Einigung kam aber bislang nicht zustande, erklärte ein GPA-Sprecher jetzt. Die nächste Verhandlungsrunde werde Mitte September stattfinden.

Von: pra

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