Lauda setzt wohl doch wieder auf Leiharbeiter

Airline-Manager Lauda hat potenziellen Mitarbeitern von Lauda Motion wohl Arbeitsverträge auch für ein Tochterunternehmen vorgelegt. Dadurch würden diese Geld sparen. Die Gewerkschaften drängen auf ein Tarifwerk.

Airline-Gründer und Formel-1-Legende Niki Lauda. © dpa / Barbara Gindl

Niki Lauda will bei Lauda Motion offenbar nun doch wieder auf ein Leiharbeitskonstrukt setzen. So seien potenziellen Mitarbeitern zwei Arbeitsverträge angeboten worden, berichtet der österreichische "Kurier": einer direkt bei Lauda Motion und einer bei einem neu gegründeten Personal-Leasing-Unternehmen.

Der Manager sagte, das Modell diene dazu, Steuern zu sparen. Die Verträge mit der Lauda Motion Operations GmbH seien eine Übergangslösung, bis ein neuer Kollektivvertrag vorliegt. Bei der Operations-Tochter werde laut Medienberichten nach dem Handwerker-Branchenkontrakt entlohnt.

Bei der Lauda Motion Operations zahlen die Mitarbeiter für die Diäten und Zulagen keine Steuern. Das sind 300 bis 400 Euro im Monat.

Airline-Manager Niki Lauda zum "Kurier"

Konkret bedeute dies laut Bericht, dass ein Flugbegleiter mit einem Grundgehalt von 959,20 Euro brutto im Monat beginnen würde. Die österreichische Gewerkschaft Vida rechne damit, dass man inklusive Blockstunden auf rund 1300 Euro brutto komme - Lauda Motion selbst spricht im Durchschnitt von 1500 Euro monatlich brutto im ersten Jahr, abhängig von den Flugstunden.

Kritik der Gewerkschaften

Leiharbeitsverträge hatte Lauda nach der Gründung von Niki in den frühen 2000er-Jahren verwendet. Nach der Übernahme des insolventen Carriers im Januar dieses Jahres hatte er angekündigt, diese nun nicht einsetzen zu wollen.

Vida kritisiert das Vorgehen scharf. "Wir verstehen nicht, warum Herr Lauda erneut ein Leihpersonal-Konstrukt aufsetzt, mit Lauda Motion Operations als hausinternem Arbeitskräfteüberlasser. Mit solchen Modellen werden die Arbeitnehmerrechte ausgehebelt", erklärte Vida-Gewerkschafter und Austrian-Flugbegleiter Johannes Schwarcz im "Kurier". "Wir empfehlen den Leuten, solche Verträge nicht zu unterschreiben."

Vorbereitungen

Der Neustart von Niki unter dem Dach der Lauda Motion rückt näher: Ende März soll es losgehen. Ein Logo inklusive Claim ("The Lauda Way To Fly") ist bereits erarbeitet, allerdings sollen die eingesetzten Maschinen frühestens im Herbst umlackiert werden, berichtet die Nachrichtenagentur APA. Für den Start müssten einfache Aufkleber reichen. Auch der Iata-Code für Lauda-Motion-Flugnummern stehe schon fest: OE.

Die neue Website von Lauda Motion. Foto: Screenshot laudamotion.com/airliners.de

Auch die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) stellt klar: "Leiharbeit ist keine Lösung." Man werde mit Lauda Motion Mitte März Verhandlungen über einen Kollektivvertrag aufnehmen, so Bundesgeschäftsführer Karl Dürtscher zu airliners.de. "Die Beschäftigten brauchen ordentliche Dienstverhältnisse, die durch einen Kollektivvertrag abgesichert sind." Die GPA hatte 2013 schon das Tarifwerk bei Niki ausgehandelt.

Unklarheit über Flugzeuge

Die Air-Berlin-Tochter Niki sollte nach der Insolvenz des Mutterkonzerns insgesamt dreimal verkauft werden: einmal an Lufthansa (Eurowings), dann an Vueling und an Gründer Lauda, der sich schlussendlich auch den Zuschlag sicherte.

Er kündigte an, Ende März mit 15 Flugzeugen abheben zu wollen. Mit Condor hat er bereits eine Kooperation abgeschlossen. Auch wurde spekuliert, dass Lauda Motion für Eurowings im Wet-Lease fliegen wird. Unklar ist hingegen noch, mit welchen Flugzeugen Lauda Motion abheben wird.

© AirTeamImages.com, Markus Mainka Lesen Sie auch: Eurowings will Niki Flugzeuge geben

Von: cs

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