Lauda tritt auf die Kostenbremse

Exklusiv

Die österreichische Ryanair-Tochter Lauda hat in ihrem ersten Jahr einen dreistelligen Millionenverlust eingeflogen. Gegensteuern will die Airline nun unter anderem mit einer Überprüfung der Kosten in sämtlichen Bereichen.

Die erste A320 von Lauda Motion in neuer Lackierung in Wien. © Thomas Ramgraber

Lauda hat in ihrem ersten Geschäftsjahr einen Verlust von 140 Millionen Euro eingeflogen. Nun sieht sich die Ryanair-Tochter gezwungen, die Kosten "in sämtlichen Bereichen zu überprüfen", wie es in einem internen Schreiben an die Mitarbeiter heißt, das airliners.de vorliegt.

Unter anderem will der Billigflieger bei den Kosten für die Mitarbeiterparkplätze an der Lauda-Konzernzentrale in Wien-Schwechat sparen. In dem Brief heiß es dazu, dass die Parkplatzmiete monatlich rund 30.000 Euro betrage. Lauda könne "diese finanzielle Belastung nicht mehr in Gänze tragen".

Lauda arbeitet bereits seit einiger Zeit daran, die Kosten in den Griff zu bekommen. Anfang Februar teilet Ryanair mit, die österreichische Tochter werde auch in diesem Jahr noch einen Verlust ausweisen müssen, dieser solle allerdings nur noch zwischen minus 50 Millionen und null Euro liegen. 2020 soll die Niki-Nachfolgerin dann erstmalig in die schwarzen Zahlen fliegen.

© AirTeamImages.com, Chris Jilli Lesen Sie auch: Lauda übergibt letzte Niki-Maschinen an Lufthansa

Die Airline war 2018 gestartet und hat seitdem eine Flotte von 23 Flugzeugen und vier Basen aufgebaut, neben Wien unter anderem in Düsseldorf, Stuttgart und auf Mallorca. Als neuer Player auf dem Markt bietet Lauda aktuell zum Teil extrem günstige Flugtickets an.

Auch Eurowings mit Sparprogramm

Das bekommt auch die Konkurrenz zu spüren. Lufthansa-Billigflieger Eurowings hat dieser Tage ebenfalls Sparmaßnahmen beschlossen. Laut Lufthansa habe einerseits die Reduzierung der Kosten bei Eurowings nicht gegriffen wie erhofft. Andererseits rechnet das Management für das Gesamtjahr mit einem deutlichen Rückgang der Stückerlöse.

Ende Mai war bekannt geworden, dass Eurowings ab 4. Juni bei ihrem Smart-Tarif auf Kurz-und Mittelstrecken Passagiere keine "Verpflegungskombination aus Snack und Getränk" mehr bekommen. Darüber hinaus erhöhte der Lufthansa-Billigflieger auch die Gebühren für Übergepäck deutlich.

© Eurowings, Lesen Sie auch: Eurowings baut Smart-Tarif um

Von: br

Lesen Sie jetzt
Themen
Lauda Fluggesellschaften Wirtschaft Konsolidierung Ryanair Exklusiv