Lärmschutz an europäischen Flughäfen bleibt in nationaler Hand

Fragen des Lärmschutzes werden nach einem Beschluss des Europa-Parlaments weiterhin auf nationaler beziehungsweise regionaler Ebene geklärt. Der europäische Fluggesellschaften-Verband AEA begrüßte die Entscheidung.

Eine Boeing 737-800 fliegt zur blauen Stunde über die Anflugbefeuerung vom Flughafen Hannover. © dpa / Christoph Schmidt

Der Lärmschutz an Flughäfen in Europa bleibt weiter in nationaler oder regionaler Hand. Das hat das Europaparlament am Mittwoch in Straßburg entschieden. Die EU-Kommission hatte hier ursprünglich auf mehr Mitsprache gepocht. Anwohner müssen zudem über mögliche Einschränkungen des Flugverkehrs informiert werden. Insgesamt 2,5 Millionen Bürger in Europa sind nach Angaben der EU-Kommission von Fluglärm betroffen.

Die EU-Staaten müssen in einem letzten Schritt noch grünes Licht geben. Unterhändler von Parlament und Staaten haben sich aber bereits informell auf die Änderungen geeinigt. Nach Angaben der Kommission könnten die Neuerungen ab Mitte 2016 gelten.

Auflagen für den Flugverkehr müssten mit den Regeln der internationalen Luftverkehrsorganisation ICAO vereinbar sein. Diese sehen Verkehrsbeschränkungen nur als letztes Mittel vor. Die Grünen sprachen deshalb von einer «einseitigen Bevorzugung wirtschaftlicher Interessen gegenüber dem Schutz der Gesundheit» und stimmten gegen die Pläne.

Der europäische Fluggesellschaften-Verband AEA begrüßte die Neuerungen. «Die Prüfung von Verkehrsbeschränkungen wird jetzt transparenter und zuverlässiger», erklärte der Verband.

Von: dpa

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