Längere Lärmpausen am Frankfurter Flughafen ab Ende März 2015

Längere Lärmpausen am Flughafen Frankfurt hat sich die schwarz-grüne Koalition in Hessen auf die Fahnen geschrieben. Spätestens Ende März 2015 soll es soweit sein. Flughafenbetreiber Fraport soll bereits Zustimmung signalisiert haben.

Flugzeuge stehen auf dem Flughafen von Frankfurt am Main. © dpa / Boris Roessler

Am Frankfurter Flughafen sollen spätestens Ende März kommenden Jahres nachts siebenstündige Lärmpausen gelten. Dies kündigte Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Donnerstag gemeinsam mit Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) an. Der CDU-Kabinettschef und sein grüner Vize sprachen von einem gelungenen Start ihres Bündnisses, das Ökonomie und Ökologie miteinander versöhnen wolle. Am kommenden Sonntag, 27. April, ist die erste schwarz-grüne Koalition in einem deutschen Flächenland 100 Tage im Amt.

Eines der Ziele ist es, an Deutschlands größtem Flughafen über das von 23.00 bis 5.00 Uhr geltende Nachtflugverbot hinaus morgens eine längere Lärmpause zu schaffen. Dazu sollen die Startbahnen abwechselnd genutzt werden. Dies sei nicht so einfach, räumte Al-Wazir ein. Fluggesellschaften, Flugaufsicht, und die Kommunen müssten miteinbezogen werden. Auch die Fluglärmkommission soll beteiligt werden, hatte Al-Wazir bereits zuvor angekündigt. Der Flughafenbetreiber Fraport habe aber bereits Zustimmung zu den aktuellen Plänen signalisiert.

© CDU Hessen Lesen Sie auch: Neue Landesregierung erteilt Frankfurt und Kassel-Calden klare Auflagen

Sowohl der Regierungschef als auch sein Stellvertreter lobten das Klima im neuen Bündnis. Die Arbeit sei von Verlässlichkeit und gegenseitigem Vertrauen geprägt, sagte Bouffier. Die Union sei «100 Prozent vertragstreu», pflichtete Al-Wazir bei. «Wir haben nach 100 Tagen auch das Gefühl, dass wir sicheren Boden unter den Füßen haben.» Die Koalition werde jedoch Konflikte nicht in der Öffentlichkeit austragen.

Wie schon vor der Amtsübernahme lehnten es Bouffier und Al-Wazir erneut ab, Hessen als schwarz-grünes Modell für Deutschland zu bezeichnen. Es sei aber auch klar, dass spätestens vor der nächsten Bundestagswahl alle genau wissen wollten, «was wir hier hingekriegt haben oder nicht», sagte der Grünen-Minister.

Kritik an Schwarz-Grün kam von der Opposition. Die Linken warfen der neuen Regierung vor, keine Impulse gesetzt zu haben. Die FDP sprach von einem deutlichen Linksschwenk des ehemaligen Koalitionspartners CDU.

Von: dpa

Lesen Sie jetzt
Themen
Politik Rahmenbedingungen Nachtflug Flughäfen Fluglärm Frankfurt