BER-Lärmkommission: Keine Einschränkung der Betriebszeiten

Das alte Schönefelder Flughafen-Terminal soll auch nach der BER-Eröffnung in Betrieb bleiben. Das hat verschiedene Folgen, unter anderem in Sachen Lärmschutz und Flugrouten.

Flugzeuge von Easyjet rollen am Flughafen Berlin-Schönefeld zu den Parkpositionen. © dpa / Bernd Settnik

Das alte Schönefelder Flughafen-Terminal soll auch nach der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in Betrieb bleiben. Was dieses "Double-Roof-Konzept" für den Betrieb bedeutet, hat jetzt die Berliner Fluglärmkommission beschäftigt.

So blieben die viel diskutierten Lärmpausen durch Nutzung nur einer Start- und Landebahn am späten Abend und am frühen Morgen durch die Weiternutzung von Schönefeld-alt für einige Jahre ausgeschlossen. Das sagte der Vorsitzende der Schönefelder Fluglärmkommission, Gerhard Steintjes, am Montag nach einer Sitzung des Gremiums.

Keine Einschränkung der Betriebszeiten

Steht nämlich nur die Süd-Piste zur Verfügung, müssten die Flugzeuge wegen der Randlage des alten Terminals ganz im Norden am Boden mitunter Wege von mehr als einer Viertelstunde zurücklegen - womit faktisch die Betriebszeit der Flughafens weiter eingeschränkt würde, wie Steintjes erläuterte.

Anders als in Schönefeld wird es am BER ein Flugverbot von 0.00 bis 5.00 Uhr geben - zwei Stunden davor und eine Stunde danach gelten Einschränkungen. Auf zusätzliche Lärmpausen hatte Rot-Rot-Grün in Berlin im Koalitionsvertrag gesetzt.

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Nach Angaben der Flughafengesellschaft wird das alte Terminal mindestens bis 2023 gebraucht. Das neue BER-Terminal ist für das Passagieraufkommen zu klein. Um alle Passagiere abfertigen zu können, will die Flughafengesellschaft daher das alte Schönefelder Terminal parallel zum BER weiterbetreiben.

DFS stellt Flugroutenänderungen vor

Zudem stellte die Deutsche Flugsicherung (DFS) jetzt Detailänderungen der geplanten BER-Flugrouten vor. In einer Entfernung von 28 bis 46 Kilometern vom Flughafen würden die Anflugrouten leicht geändert. "Wir glauben, dass es zu keiner Mehrbelastung kommt", sagte DFS-Planer Robert Ertler. Ziel sei es, die Maschinen gleichmäßig auf beide Start- und Landebahnen zu verteilen. Zudem sollen sie am Boden auf kurzen Wegen und ohne Kreuzung einer Piste ihr jeweiliges Terminal erreichen.

Die Flugsicherung gibt nach wissenschaftlicher Beratung aus Sicherheitsgründen Flugrouten-Varianten auf, bei der Maschinen in Einzelfällen nach dem Start von der Nordbahn sofort nach Süden abdrehen. Die Entscheidung führt zu einigen zusätzlichen Überflügen in Blankenfelde. Es bleibe aber im Wesentlichen bei den 2012 festgelegten Flugrouten, versicherte die Flugsicherung. Die Änderungen seien nur marginal.

Das Bundesunternehmen bekräftigte, dass es den Eröffnungstermin für den Flughafen mindestens 13 Monate vorher erfahren muss, um Simulationen und Schulungen zu starten sowie das Betriebssystem weltweit zu veröffentlichen.

Nach neuen Problemen mit der Technik im neuen Hauptstadtflughafen war die Eröffnung erneut verschoben worden. Ein neuer Termin steht bislang noch nicht fest. Ursprünglich sollte der BER 2011 eröffnet werden. Inzwischen wurde der Termin etliche Male vertagt.

Von: dh, mit dpa

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