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Kündigungsklagen von Frankfurter United-Flugbgeleitern werden verhandelt

Die Kündigungsschutzklagen von Mitarbeitern der geschlossen Frankfurter Crew-Base von United Airlines werden im ersten Halbjahr 2021 verhandelt, ein Urteil soll im Juni fallen. Ein Gütetermin brachte zuvor keine Einigung.

Eine Boeing 777-200 von United Airlines in Frankfurt. © AirTeaImages.com / Felix Gottwald

Bei einem Gütetermin Ende November vor dem Frankfurter Arbeitsgericht zu 120 Kündigungsschutzklagen von Mitarbeitern der Frankfurter Crew-Basis von United Airlines konnten sich die Parteien nicht auf einen Vergleich einigen. Für den 27. Mai, 10. Juni und 17. Juni 2021 seien nun Kammertermine zur Verhandlung der Klagen anberaumt, teilte die Vize-Präsidentin des Gerichts auf airliners.de-Anfrage mit.

United Airlines hatte im Juni erstmals angekündigt, die seit 1997 in Frankfurt bestehende Crew-Basis zu schließen. Den Beschäftigten wurde dann jedoch quasi über Nacht zum 1. Oktober gekündigt, sowohl fliegendem, wie Bodenpersonal. Darunter befinden sich laut Insidern fast 100 Flugbegleiter mit je über 20 Jahren Firmenzugehörigkeit. Sie sind nun der Ansicht, dass die deutschem Arbeitsrecht wiedersprechende fristlose Entlassung ungültig ist.

Den Flugbegleitern ohne US-Arbeitserlaubnis sei im Juni in einem Firmen-Newsletter via E-Mail mitgeteilt worden, dass sie nach jahrzehntelanger Anstellung ihre Jobs verlieren würden. Wechsel- oder Abfindungsmöglichkeiten seien nicht angeboten worden. Ihre Flugprivilegien würden die Mitarbeiter darüber hinaus auch nur behalten dürfen, wenn sie freiwillig in Rente gingen und so von einer Klage absehen. Die offiziellen Kündigungsschreiben zum 1. Oktober seien dann am 29. September aus den USA per Express-Zustellung verschickt worden, heißt es.

United lehnt Zuständigkeit des Gerichts ab

United Airlines fühlt sich als US-Fluggesellschaft nicht an deutsches Arbeitsrecht gebunden, wie laut Beobachtern auch bei dem Gütertermin deutlich wurde. Die Rechtsanwältin der Airline habe ausrichten lassen, dass ihre amerikanischen Mandanten die deutsche Gerichtsbarkeit nicht anerkennen und somit die Zuständigkeit des Frankfurter Arbeitsgerichts ablehnen. Der Kündigungsvorgang sei im amerikanischen Arbeitsleben Alltag. Schon deshalb sei man zu keiner gütlichen Einigung mit den eigenen Mitarbeitern bereit.

In der Folge habe die Richterin demnach die Härte der Airline kritisiert, die langjährigen Mitarbeiter ohne jegliches Entgegenkommen zu entlassen, gerade in Corona-Zeiten, obwohl es Alternativen geben würde. Die Anwälte der Flugbegleiter würde davon ausgehen, dass das Gericht zugunsten ihrer Mandanten urteilen wird. Der Fall sei jedoch geeignet, mehrere Instanzen zu absolvieren.

United wollte sich auf Anfrage im November nicht äußern. Da es sich um ein laufendes juristisches Verfahren handele, könne man keine Auskünfte erteilen, teilte die Airline gegenüber airliners.de mit.

Die Airline hofft in den USA auf ein neues Hilfspaket der US-Regierung. Sollte dieses kommen, könnte es zumindest für beurlaubte ausländische Flugbegleiter eine Rückkehr in den Konzern geben. Für jene, die ihren Job verloren haben, soll es nach einer Einigung mit Arbeitnehmervertretern die Möglichkeit geben, zur Crew-Basis in London Heathrow zu wechseln, wenn dort vor dem 31. März 2023 Stellen frei werden. Dies hänge jedoch wesentlich davon ab, wie zügig sich die Luftfahrt von der Coron-Krise erhole.

Von: dk

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