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Tui Chef Fritz Joussen, der neue Aufsichtsratschef Dieter Zetsche und sein Vorgänger Klaus Mangold © Tui

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Die kriselnde Tui veranstaltet heute ihre digitale Hauptversammlung. Die Veranstaltung mit Aufsichtsratschef Dieter Zetsche und Vorstandschef Fritz Joussen wird live im Internet übertragen. Auf der Tagesordnung stand unter anderem die Wahl von vier Aufsichtsratsmitgliedern.

Verbunden mit dem Staatseinstieg sollen Janina Kugel, früher Personalchefin bei Siemens, und Jutta Dönges, Co-Geschäftsführerin der Finanzagentur des Bundes, in das Kontrollgremium einziehen. Außerdem sollen die Amtszeiten von Alexej Mordaschow und Edgar Ernst verlängert werden. Die Familie des russischen Milliardärs Mordaschow hält über eine Firmengruppe etwas mehr als 30 Prozent an Tui.

Bereits Anfang Januar hatten die Aktionäre bei einer außerordentlichen Hauptversammlung den Weg für staatliche und private Hilfen freigemacht. Wegen der Pandemie steckt Tui tief in den roten Zahlen: Im ersten Geschäftsquartal, das bis Ende Dezember lief, verzeichnete der Konzern unter dem Strich einen Verlust von rund 803 Millionen Euro.

Fortschreitende Impfkampagnen, vermehrt verfügbare Schnell- und Selbsttests in den Märkten und die geplanten Öffnungsstrategien einiger europäischer Regierungen würden einen positiven Effekt auf das Buchungsverhalten der Kunden haben, teilte Tui mit. Insbesondere in den Märkten Deutschland und UK sei ein erheblicher Nachholbedarf der Urlauber zu erwarten. "Es zeigt sich auf allen Vertriebskanälen das zunehmende Interesse an Urlauben in der Sommersaison."

Für die Sommersaison hofft das Unternehmen, dass ein europäischer Impfpass sowie umfassende Schnelltests das Reisen wieder ermöglichen. Für Diskussionen und Kritik sorgt derzeit das schon zu Ostern aufgestockte Flugangebot nach Mallorca.

Die Vereinigung Cockpit bekräftigte zudem ihre Kritik an der Entscheidung des Managements zur Reduzierung der Flotte und dem damit verbundenen Abbau von 200 Arbeitsplätzen bei Tuifly. Vor dem Hintergrund der staatlichen Hilfen in Höhe von fünf Milliarden Euro werde klar, dass die Flottenreduzierung einzig dem Zweck diene, "später Kapazitäten billiger einkaufen zu können", hieß es bei den Piloten. "Die Vereinigung Cockpit sieht dieses Vorgehen als Vorbereitung zur Tarifflucht."