Kötter Security kündigt Verträge für Sicherheitskontrollen an NRW-Flughäfen

Die Sicherheitskontrollen an Flughäfen führen private Dienstleister im Auftrag der Bundespolizei durch. Für die Kötter-Gruppe scheint sich das nicht mehr zu rechnen, weshalb sie die Verträge für Düsseldorf und Köln/Bonn kündigen will. Die Behörden erlauben das aber nur an einem der beiden Flughäfen.

Mitabeiter von Kötter Aviation Security. © Kötter

Das Security- und Dienstleistungsunternehmen Kötter hat die Verträge für Sicherheitskontrollen der Passagiere an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn vorzeitig gekündigt. Die Essener Unternehmensgruppe führt diese an den beiden Flughäfen im Auftrag der Bundespolizei durch.

Das zuständige Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums entsprach dem Wunsch Kötters im Fall Düsseldorf, dort enden die Kontrollen nun bereits im Mai 2020 statt im Dezember. Für den Flughafen Köln/Bonn besteht die Behörde jedoch auf Erfüllung des bis Ende 2020 geltenden Vertrages.

In einer Mitteilung des Unternehmens begründet Kötter-Verwaltungsrat Friedrich P. Kötter den vorzeitigen Ausstieg mit wirtschaftlichen Zwängen. Man habe aus betriebswirtschaftlicher Sicht keine andere Wahl gehabt, als die Initiative zu ergreifen und auf eine einvernehmliche Vertragsbeendigung hinzuwirken. So habe unter anderem die Entwicklung des Passagieraufkommens dazu geführt, dass man die Kontrollen nicht mehr wirtschaftlich umsetzen könne. Da die Kontrolltätigkeiten an Flughäfen jedoch zum Kerngeschäft des Unternehmens gehörten, werde man prüfen, ob man sich an einer Neuausschreibung für die Sicherheitskontrollen an den westdeutschen Großflughäfen abermals beteilige. Dafür müssten sich jedoch die Konditionen verbessern.

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Die Arbeitsplätze der rund 1100 Kötter-Mitarbeiter allein am Flughafen Düsseldorf sollen jedoch erhalten bleiben, kündigte das Unternehmen an. Schließlich müssten die Kontrollen weiterhin durch qualifiziertes Personal erfolgen. "Sollten wir bei einer Neu-Ausschreibung nicht den Zuschlag erhalten, werden wir alles dafür tun, dass der Übergang sowohl für die Beschäftigten wie auch für die Bundespolizei, den Flughafen und die Passagiere geräuschlos verläuft. Bis dahin bleiben wir verlässlicher Partner der Bundespolizei sowie der Flughäfen", erklärte Lange, der auch als geschäftsführender Direktor bei Kötter Aviation Securit fungiert.

Verdi sieht sich durch die Kündigung der Verträge in ihrer Kritik an Kötter bestätigt

Die nun erfolgte Kündigung der Verträge steht am Ende eines Jahres, in dem Kötter immer wieder vor allem von Arbeitnehmer-Seite in die Kritik geriet. So beklagte Verdi im Juli, dass am Flughafen Düsseldorf täglich 150 Luftsicherheitsassistenten an den Kontrollstellen fehlen würden, was zu langen Warteschlangen für Passagiere führe. Zuvor gab es Wirbel um ein Streikverbot für Kötter-Mitarbeiter. Diese sollen bei einem Streik im im Januar unter Druck gesetzt worden sein, an diesem nicht teilzunehmen.

Laut Verdi soll es auch eine entsprechende Klausel in vor allem zeitlichen befristeten Arbeitsverträgen gestanden haben. Kötter strich die Klausel nach den Vorwürfen. "Dass Kötter jetzt die Verträge kündigen will, zeigt, dass wir mit unserer Kritik Recht haben", sagte Verdi-Sekretär Özay Tarim zur aktuellen Entwicklung gegenüber airliners.de.

Aus Bundespolizei-Kreisen hieß es zudem hinter vorgehaltener Hand, Kötter habe schon seit Jahren Probleme, die Kontrollen auftragsgemäß durchzuführen. So hätten Bundespolizisten immer wieder zahlreiche Sonderschichten an den Kontrollstellen schieben müssen, um das Unternehmen zu unterstützen. Ein Sprecher von Kötter verwies gegenüber airliners.de jedoch auf offizielle Bewertungen der Bundespolizei in den vergangenen Jahren, die dem Unternehmen mehrmals die höchste Effizienz aller Security-Dienstleister an deutschen Flughäfen bescheinigt hätten.

Von: dk

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