Kötter-Ausstieg in Düsseldorf fix - Airport-Chef warnt vor Chaos-Sommer

Der Bund erlaubt dem Dienstleister Kötter, ein halbes Jahr vor Vertragsende aus den Luftsicherheitskontrollen am Flughafen Düsseldorf auszusteigen. Dort sorgt vor allem der Termin zu Beginn der Sommersaison für Stirnrunzeln.

Der Düsseldorfer Flughafen-Chef Thomas Schnalke © Flughafen Düsseldorf GmbH

Der Bund muss für die Sicherheitskontrollen am Düsseldorfer Flughafen einen neuen Dienstleister suchen. Die Sicherheitsfirma Kötter steigt zum 31. Mai kommenden Jahres vorzeitig aus den Passagier- und Gepäckkontrollen aus.

Der noch bis Ende 2020 laufende Vertrag mit dem Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums sei in beiderseitigem Einvernehmen aufgehoben worden, teilte Kötter mit. Kötter hatte sich zuvor sowohl um einen vorzeitigen Ausstieg in Düsseldorf als auch in Köln bemüht und dafür betriebswirtschaftliche Gründe ins Feld geführt.

Der Düsseldorfer Flughafen befürchtet jetzt Probleme im Sommerreiseverkehr. Nach Einschätzung von Airport-Chef Thomas Schnalke drohen langwierige Staus und Verzögerungen an den Kontrollstellen. "Der in Rede stehende Termin für die Vertragskündigung zum 31.5.2020 ist absolut risikobehaftet. Zu Beginn der stärksten Reisezeit im Jahr und nur wenige Wochen vor Beginn der Sommerferien in NRW müsste der komplexe Übergang der Sicherheitskontrollen auf eine neue Firma organisiert werden. Das ist nicht zu schaffen," sagte Schnalke im Gespräch mit airliners.de. Die Aussicht auf eine abermals schwierige Situation an den Kontrollstellen, die man bereits 2017 erlebt habe, betrachte man "mit großer Sorge."

Flughafen will mehr Mitspracherecht

Ein Wechsel zum Jahresende 2020, so wie er derzeit in Köln geplant wird und auch in Düsseldorf ursprünglich vertraglich vereinbart war, wäre laut Schnalke deutlich sinnvoller: "Ich muss alle in diesem Prozess verantwortlichen Personen angesichts der großen operativen Risiken mit Nachdruck dazu aufrufen, die ursprüngliche Vertragslaufzeit bis Ende 2020 einzuhalten."

Zu möglichen Gründen, warum der Bund Kötter in Düsseldorf ein halbes Jahr vorher aus dem laufenden Vertrag entlässt, in Köln jedoch nicht, habe er keine Kenntnis. "Die Flughäfen sind hier komplett außen vor, Vertragsangelegenheiten werden nur zwischen der Firma Kötter und dem Bundesinnenministerium als Auftraggeber besprochen. Wir fordern schon seit Jahren an dieser für den Flughafenbetrieb sehr entscheidenden Stelle mehr Mitsprachrecht," führte der Flughafen-Chef aus. „In einem neuen Vertrag müssen verbindliche Qualitätskriterien klar geregelt werden. Gerne bieten wir hier unsere Expertise an.“

© dpa, Uwe Anspach Lesen Sie auch: "Die Politik hat bei den Luftsicherheitskontrollen nicht geliefert“ Interview

Kötter führt im Auftrag der Bundespolizei mit rund 1100 Mitarbeitern die Passagier- und Gepäckkontrollen am Düsseldorfer Flughafen durch. Der vorzeitige Ausstieg erfolgt laut Unternehmenskreisen aus wirtschaftlichen Gründen, das Unternehmen soll in den letzten Jahren sowohl mit den Sicherheitskontrollen in Düsseldorf als auch in Köln deutliche Verluste geschrieben haben.

Schnalke unterstützt Kötter an diesem Punkt. Die in Düsseldorf gezahlte Luftsicherheitsgebühr sei niedrig im Vergleich zu anderen deutschen Großflughäfen. "Eine Anhebung der Gebühr wäre bedauerlich, aber akzeptabel, wenn die Qualität so gesteigert würde", sagte er.

Mitarbeiter sollen Arbeitsplätze auch bei neuem Vertragspartner behalten

Kötter geht davon aus, dass die Mitarbeiter auch nach dem Rückzug des Unternehmens weiter für die Sicherheitskontrollen in Düsseldorf benötigt werden und es keine Kündigungen gibt. Unabhängig davon, welches Unternehmen ab dem 1. Juni 2020 für die Passagier- und Gepäckkontrollen verantwortlich sein wird, stehe fest, dass für die steigenden Passagierzahlen und die damit verbundenen Fluggastkontrollen deutlich über tausend Luftsicherheitsassistenten benötigt würden, teilte das Unternehmen mit.

Ein möglicher Dienstleisterwechsel würde mit einem Betriebsübergang von rund 1.100 Mitarbeitern am Flughafen Düsseldorf einhergehen. "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen einen großartigen Job am Flughafen – auch über den 31. Mai 2020 hinaus", erklärte Peter R. Lange, Geschäftsführender Direktor der Kötter Aviation Security.

© Kötter, Lesen Sie auch: Kötter Security kündigt Verträge für Sicherheitskontrollen an NRW-Flughäfen

Von: dk

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