Köln/Bonn Airport führt Studie zur Nutzung von Flugtaxis durch

Der Flughafen Köln/Bonn beschäftigt sich in einer Studie mit Flugtaxis. Diese könnten helfen, Städte staufreier zu machen und den Verkehr zu entlasten. Flughäfen und Bahnhöfe könnten einfacher verbunden werden.

Der City-Airbus fliegt © Airbus

Flugtaxis sind kleine (im Idealfall autonome) Fluggeräte, die Passagiere, wie normale Taxis, von A nach B bringen. Die Innenstadt vieler Metropolen weltweit ist sehr überfüllt und regelmäßig durch Staus blockiert. Einen Teil dieses Verkehrs könnte man jedoch mit Flugtaxis in die Luft verlegen und die Städte damit entlasten. Zudem könnten Flughäfen besser mit Bahnhöfen verknüpft werden. Kölns Flughafenchef Johan Vanneste und weitere Experten stellten dazu heute eine Studie vor.

Nach Angaben des Flughafens handelt es sich bei der Untersuchung um eine "technische Machbarkeitsstudie" zum Einsatz bemannter, elektrisch betriebener Flugtaxis am Airport. Diese ist in Zusammenarbeit mit dem verkehrswissenschaftlichen Institut der RWTH Aachen Universität entstanden.

Wie der Flugtaxibetrieb aussehen könnte

In der Studie wurde durchgespielt, wie der Betrieb eines sogenannten Vertiports für Flugtaxis vonstattengehen könnte. Die Fluggeräte sollten Strecken zum Beispiel in die Benelux-Staaten, nach Düsseldorf oder ins Ruhrgebiet zurücklegen können. Per App auf dem Handy könnten Passagiere ein Lufttaxi rufen, einchecken und einsteigen.

Die Forscher und Studienautoren kamen zu dem Ergebnis, dass sich der Flughafen Köln/Bonn als Verkehrsknotenpunkt im Südosten der Stadt durchaus als Startpunkt für die Lufttaxis eigne. Als mögliche Start- und Landeplätze kämen die Oberdecks der Parkhäuser 2 und 3 in Frage. Dort könnten die Maschinen, wenn sie gerade nicht gebraucht werden, auch mit Strom geladen werden.

Wann der Betrieb mit den fliegenden Taxis beginnen und wie viel ein Ticket kosten wird, könne der Flughafen Köln/Bonn noch nicht einschätzen. Um konkretere Fragen zu beantworten, werde noch sehr viel mehr Forschung vonnöten sein.

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst äußerte sich zu der Kölner Studie: "Wir spielen heute Zukunftsmusik in einer Zeit, in der wir in einer gigantischen Krise stecken. Aber Krisen waren in der Wirtschaftsgeschichte immer Katalysatoren auch für Innovation. Wenn wir jetzt die Zeichen der Zeit nicht erkennen, was auch Innovation angeht, wäre das der nächste große Fehler."

Viele Visionen des zukünftigen Flugtaxis

Auch andere Airports und Fluggerätehersteller arbeiten daran, den Zukunftstraum Lufttaxi Wirklichkeit werden zu lassen. So zum Beispiel der Flughafen Frankfurt, der untersuchen will, wie drohnenähnliche Passagierfluggeräte in den Betrieb genommen werden könnten.

Der Airport Düsseldorf prüfe ebenfalls eine "Integration von Lufttaxis" in das Mobilitätsangebot, so ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Und im Oktober 2019 absolvierte ein Flugtaxi der deutschen Firma Volocopter erfolgreich einen bemannten Testflug in Singapur.

Weltweit gibt es viele Visionen und Modelle des Konzepts Lufttaxi, doch bis die kleinen Fluggeräte in den Regelbetrieb starten, wird es noch viel Forschung und Tests brauchen.

Von: lr mit dpa

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