Keine generelle Preiserhöhung bei Lufthansa

Anders als angekündigt will die Lufthansa Group derzeit nicht mehr die Flugpreise nach oben schrauben. Grund sind die gesunkenen Ölpreise - der Konzern rechnet mit einer deutlich geringeren Kostensteigerung für 2019.

Eine Frau steht am Flughafen Franz Josef Strauß in München vor einem Ticketschalter der Lufthansa. © dpa / Armin Weigel

Die Lufthansa Group geht für 2019 nicht mehr von einer generellen Steigerung der Flugpreise aus, wie sie Konzernchef Carsten Spohr Ende Oktober angekündigt hatte. "Wir haben 2018 vereinzelt Preise angehoben", erklärte nun ein Sprecher auf Anfrage von airliners.de. Zu den Maßnahmen für 201 heißt es lediglich, man werde den Markt auch weiterhin beobachten und "bei Bedarf entsprechende Anpassungen vornehmen".

Spohr hatte erklärt, verteuert werden sollten vor allem die günstigsten Preiskategorien - er sprach konkret von einer Anhebung von 29 Euro auf 35 Euro. Dieser Einstiegspreis sei aber aktuell nicht mehr gültig, so der Lufthansa-Sprecher. So sind bei Eurowings derzeit Oneway-Preise von 20 und 30 Euro zu finden.

Grund für die Zurückhaltung bei den Ticketpreisen ist die veränderte Situation bei den Treibstoffkosten. "Im November sahen die Ölnotierungen noch ganz anders aus als jetzt", heißt es in Lufthansa-Kreisen.

700 Millionen Euro weniger für Treibstoff

Für das neue Jahr erwartet der Konzern aktuell nur noch einen Anstieg seiner Kerosinkosten von 200 Millionen Euro - das geht aus einer Präsentation für Investoren hervor. Danach wird mit Ausgaben für Treibstoff in Höhe von 6,2 Milliarden Euro ausgegangen.

Im Oktober rechnete die Lufthansa Group noch mit sieben Milliarden Euro, also einem Anstieg um 900 Millionen Euro. Damals sagte Spohr bei der Vorstellung der Quartalszahlen: "Wir erwarten, dass die deutlich gestiegenen Treibstoffkosten spätestens ab 2019 zu höheren Ticketpreisen führen werden."

Denn im dritten Quartal 2018 lagen die Treibstoffkosten um 23 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Nicht zuletzt dadurch war der Yield bei den Airlines der Lufthansa Group rückläufig und sank um 1,0 Prozent.

Für das vergangene Jahr hatte die Lufthansa Group zuletzt Mehrkosten für den Treibstoff in Höhe von 850 Millionen Euro veranschlagt. Dabei lag ein geschätzter Ölpreis von 72 Dollar (Brent) zugrunde. Für 2019 kalkuliert der Konzern derzeit mit einem durchschnittlichen Preis von 55 Dollar.

Die tatsächlichen Zahlen für das Gesamtjahr 2018 und die Ergebnisse des vierten Quartals werden erst im Rahmen der Jahresbilanz am 14. März bekanntgegeben.

© dpa, Gero Breloer Lesen Sie auch: Ölpreise sinken weiter

Abgesehen von der Entwicklung der Ticketpreise begrüßte auch die Börse am Montag die verbesserte Kostenerwartung der Lufthansa Group. Analysten sprachen laut dpa von einer "klar positiven Überraschung". Der Konzern könne so das Gewinnniveau des Vorjahres halten oder sogar erhöhen. Der Kurs der Aktie stieg auf über 20 Euro.

Von: pra

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