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Tarifpartner auf Konfrontationskurs Kaum Bewegung im GlobeGround-Tarifstreit

Im Tarifkonflikt bei dem Berliner Flughafendienstleister GlobeGround scheinen sich die Fronten zu verhärten. Die Arbeitgeber signalisierten Gesprächsbereitschaft, wollen aber kein neues Angebot vorlegen.

GlobeGround-Mitarbeiter auf dem Rollfeld des Flughafens Berlin-Tegel © dpa / Sebastian Kahnert

Im Tarifstreit an den Berliner Flughäfen müssen sich die Beschäftigten des Bodendienstleisters GlobeGround auf einen längeren Arbeitskampf einstellen. "Alles deutet daraufhin, dass sich die Fronten verhärten", sagte Gewerkschaftssprecher Andreas Splanemann am Sonntag der Nachrichtenagentur dapd. Nach den beiden Warnstreiks am Ende der vergangenen Woche habe man bis zum Nachmittag von der Gegenseite noch keine neue Reaktion bekommen. Unterdessen warteten die Arbeitgeber auf ein Gesprächsangebot von der Gewerkschaft Verdi.

"Wir sind jederzeit für eine neue Verhandlungsrunde bereit", sagte eine GlobeGround-Sprecherin auf dapd-Anfrage. Ein neues Angebot werde es aber vorerst nicht geben, stellte sie klar und bekräftigte damit die bisherige Haltung der Arbeitgeber.

Bereits am Freitag hatte sich GlobeGround-Geschäftsführer Bernhard Alvensleben unbeeindruckt von der Arbeitsniederlegung der Beschäftigten gezeigt. Die Warnstreiks seien unangemessen, sagte er. Angesichts des Aufwandes, der zur Milderung und Behebung der Streikfolgen betrieben werden müsse, sei es unrealistisch, ein neues Angebot vorzulegen.

Tarifkommission berät weiteres Vorgehen

Die Beschäftigten des Bodendienstleisters GlobeGround fordern vier Prozent mehr Lohn. Laut Verdi erledigen sie in Schönefeld und Tegel rund 80 Prozent der Passagier- und Gepäckabfertigung. Um ihre Gehaltsforderung zu unterstreichen, war ein Großteil der Belegschaft am Freitag an den beiden Flughäfen kurzfristig für mehrere Stunden in den Ausstand getreten. Bis zu 44 Flüge mussten an den Airports deswegen gestrichen werden. Darüber hinaus kam es zu zahlreichen Verspätungen. Erst am Samstagmittag normalisierte sich der Luftverkehr über der Hauptstadt.

Die Betreiber der Airports forderten daraufhin eine schnelle Einigung in dem Tarifkonflikt. "Wir erwarten, dass sich die Tarifparteien wieder an den Verhandlungstisch setzen", sagte Flughafensprecher Leif Erichsen der dapd. Die Betreiber der Airports würden ebenso wie die Passagiere unter der Auseinandersetzung leiden.

Möglicherweise müssen die Fluggäste aber auch in dieser Woche mit weiteren Warnstreiks rechnen. Zwar seien nach Auskunft des Gewerkschaftssprechers vorerst keine konkreten Termine geplant. Aber die Tarifkommission solle "zeitnah" einberufen werden und das weitere Vorgehen beraten. "Die Situation in der Auseinandersetzung kann sich stündlich ändern", sagte er.  

Von: dapd

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