Katar schließt Luftverkehrsabkommen mit der EU

Die EU und Katar einigen sich auf ein neues Regelwerk für Flüge - auch für Frachtverbindungen. Indes sind laut eines Medienberichts die Verhandlungen mit den Emiraten ins Stocken geraten.

Akbar Al Baker, Chef von Qatar Airways © Kamran Jebreili/AP/dpa / Kamran Jebreili

Katar hat sich mit der EU-Kommission auf ein Luftverkehrsabkommen geeinigt. Dieses sichert dem Golf-Carrier unbegrenzten Zugang zum europäischen Markt, heißt es vom Staatscarrier Qatar Airways - und den EU-Airlines entsprechend andersherum. Das Abkommen löst den Kontrakt mit Deutschland ab, wonach Qatar Airways wöchentlich 35 Flüge zu hiesigen Airports anbieten durfte.

Das neue Regelwerk geht in einem Punkt über bestehende Verkehrsabkommen hinaus: Frachtflugzeuge aus Katar sollen künftig auch auf dem Weg in einen Drittstaat in der EU zwischenlanden dürfen, berichtet "Spiegel Online" unter Berufung auf den genauen Text des Abkommens.

Das genaue Abkommen soll noch im Laufe des Jahres vom Rat ratifiziert werden und in Kraft treten. "Das wird ein einheitliches Regelwerk für die EU und Katar festlegen", so EU-Transportkommissarin Violeta Bulc. Die Airline selbst bezeichnet das Abkommen als "historische Vereinbarung". "Das Regelwerk wird eine gemeinsame Plattform für Fluggesellschaften in Europa und Qatar bieten, um sich gegenseitig besser zu verstehen und neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Kooperation zu schaffen", so Qatar-Airways-Chef Akbar Al Baker.

Qatar Airways will nach Düsseldorf und Hannover

Inwiefern Qatar Airways dies beispielsweise für neue Flüge nach Deutschland nutzen möchte, ist noch nicht bekannt. Bislang fliegt die Airline hierzulande regelmäßig Frankfurt, München und Berlin an. Laut Beobachtern liebäugelt der Carrier aber schon seit langem auch mit einem Engagement in Düsseldorf und Hamburg. Inwiefern das neue Abkommen Auswirkungen auf den deutschen Markt hat, "wird sich in der Zukunft wohl zeigen", sagte eine Sprecherin zu airliners.de. "Updates zu weiteren Zielen in Deutschland gibt es zu diesem Zeitpunkt jedenfalls nicht."

Märkte von Qatar Airways
Anteil in Prozent
Katar 49.0
Großbritannien 3.3
Thailand 2.8
USA 2.7
Indien 2.6
Australien 2.2
Pakistan 1.7
Italien 1.6
Kuwait 1.6
Oman 1.5
Deutschland 1.3
Sri Lanka 1.3
Übrige Länder 28.4

Nach angebotenen Kapazitäten in der aktuellen Woche.Quelle: ch-Aviation

Walter Schoefer, Sprecher der Geschäftsführung des Stuttgarter Airports, begrüßt zwar die Verhandlungen mit Katar, mahnt aber: "Auch die Verkehrsrechte mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) sollten dringend auf einen neuen Stand gebracht werden, der den Anforderungen des Markts entspricht", sagte er zu airliners.de In der Branche ist es ein offenes Geheimnis, dass gerade der Flughafen Stuttgart mit den VAE-Airlines auf eine Anbindung in die Golfregion spekuliert.

© airliners.de, Gunnar Kruse Lesen Sie auch: EU-Abkommen: Fortschritte nur bei einigen Ländern

Parallel zu Qatar verhandelt die EU auch mit den VAE über ein Abkommen. Nach Informationen von "Spiegel Online" haben die VAE jedoch Mitte Januar brüskiert die Verhandlungen verlassen. Der Entwurf der EU liege so weit von den Vorstellungen der Emirate entfernt, dass weitere Gespräche sinnlos seien.

Von: airliners.de

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