Kassel-Calden: Hessen-SPD sieht Wirtschaft in der Pflicht

Am Flughafen Kassel-Calden muss sich aus Sicht der oppositionellen SPD die Wirtschaft mehr beteiligen. Schließlich habe sie auf die Eröffnung des mit Steuergeldern finanzierten Airports massiv gedrängt.

Im Terminal des Flughafens Kassel-Calden © dpa / Uwe Zucchi

Die nordhessische Wirtschaft muss sich nach Ansicht der hessischen SPD an Kassel-Calden beteiligen. «Der Flughafen wird sich nicht alleine tragen, er muss in ein Gesamtkonzept eingebettet sein», sagte der SPD-Spitzenkandidat bei der kommenden Landtagswahl, Thorsten Schäfer-Gümbel, der «Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen». Die SPD erwarte die Beteiligung der Wirtschaft, da diese massiv Druck auf den Ausbau ausgeübt habe. Der umstrittene, mit 271 Millionen Euro Steuergeldern finanzierte Flughafen war Anfang April eröffnet worden.

Beim Bau des Flughafens waren die Kosten explodiert. Ursprüngliche Planungen waren von 151 Millionen Euro ausgegangen. Später rechneten die Verantwortlichen mit Ausgaben von 225 Millionen Euro. Letztlich gab die EU-Kommission grünes Licht gab für die Staatsbeihilfen von 271 Millionen Euro.

Die Grünen im Landtag kritisierten, Calden beschäftige trotz weniger Starts und Landungen 145 Menschen. Das seien fast dreimal soviele wie in Rostock, wo 2012 rund 200 000 Menschen Passagiere abgefertigt worden seien, sagte die Abgeordnete Karin Müller. Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) müsse als Flughafen-Aufsichtsratsvorsitzender endlich die tatsächlichen betriebswirtschaftlichen Zahlen vorlegen.

Die Grünen haben im Gegensatz zu den Regierungsparteien CDU und FDP sowie der SPD den Ausbau abgelehnt. Der Ansatz, regionale Flughäfen unter Beteiligung regionaler Unternehmen zu bewirtschaften, ist nicht neu. So hat beispielsweise der Allgäu Airport in Memmingen eine Gesellschafterstruktur aus Dutzenden von lokalen Unternehmen.

Von: dpa, airliners.de

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