Jetzt verhandelt auch Eurowings nicht mehr mit der Ufo

Die Gewerkschaft der Flugbegleiter Ufo steckt in Turbulenzen. Korruptionsvorwürfe und Uneinigkeit prägen die Außendarstellung. Die Lufthansa und ihre Töchter interpretieren die Situation auf ihre Art und verweigern sich Tarifverhandlungen.

Eine Flugbegleiterin von Eurowings. © Eurowings

Die Lufthansa scheint ihre Linie, in der Flugbegleitergewerkschaft Ufo keinen legitimen Partner für Tarifverhandlungen zu sehen auch bei ihren Töchtern konsequent fortzusetzen. Wie die Gewerkschaft mitteilt, hat die Geschäftsleitung von Eurowings am Wochenende mitgeteilt, alle Gespräche mit der Ufo bis aus weiteres auszusetzen. Dies geschehe auf Druck des Mutterkonzerns.

Bereits in der vergangenen Woche lieferten sich Lufthansa und Ufo einen Schlagabtausch, in dem Lufthansa der Gewerkschaft aufgrund interner Querelen die Berechtigung absprach, mit der nötigen Rechtssicherheit verhandeln zu können. Die Airline verlangt nach dem Rücktritt fast des gesamten Vorstandes eine personelle Neuaufstellung der Gewerkschaft, bevor es wieder zu Verhandlungen kommen könne. Bis dahin würden die bestehenden Vereinbarungen weiter gelten, ein Streik wäre daher illegal und würde hohe Schadenersatzforderungen und arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Die Fronten sind verhärtet

Die Ufo wiederum warf Lufthansa vor, mit fadenscheinigen Gründe bessere Konditionen für die Kabinenmitarbeiter zu verhindern und eine Nullrunde durchdrücken zu wollen. Lufthansa hat aktuell eine Gewinnwarnung veröffentlicht, die im Tagesverlauf zu einem zwölf-prozentigen Kurssturz der Aktie führte.

Ufo und Eurowings hatten 2017 den SPD-Mann Klaus Wowereit als Schlichter für ihren damaligen Tarifkonflikt eingeschaltet. In einem Schiedsverfahren habe man sich auf eine Reihe von Tarifverträgen geeinigt. Eurowings habe diese nun nicht anerkannt, womit das Verfahren am Wochenende ergebnislos geendet sei, hieß es.

In der Pressemitteilung der Ufo ist von "einer weiteren Eskalation" und dem "Versuch der Lufthansa tariffrei zu werden" die Rede. Es handele sich um "ultimativen Schlag" gegen die Tarifbindung der Kabine. Das letzte verbliebene Ufo-Vorstandsmitglied Sylvia de la Cruz wird zu dem mit dem Satz "ab diesem Punkt ist nichts mehr auszuschließen" zitiert.

Wie es weitergeht ist offen, die Fronten scheinen zumindest kurzfristig verhärtet. Für Donnerstag hat Ufo eine Pressekonferenz angekündigt, um ihr weiteres Vorgehen darzulegen.

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Lufthansa beklagt Ufo-"Selbstzerstörung"

Von: dk

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