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Embraer Phenom 100 des Air-Taxi-Anbieters JetBird © JetBird

Der Privatjet-Anbieter JetBird kommt nicht vom Boden. Nachdem die Aufnahme des Flugbetriebs bereits mehrmals verschoben hatte, scheint nach dem Absprung eines strategischen Investors nun das endgültige Aus bevorzustehen.

JetBird hatte in den vergangenen Monaten Schwierigkeiten, weiteres Geld an den Kapitalmärkten einzusammeln. Aufgrund der knappen Kassenlage wurde dem Anbieter auch das Betriebszertifikat verwehrt. Medienberichten zufolge fehlen rund sechs Millionen Euro.

JetBird wollte als Lowcoster unter den Privatejet-Anbietern den Markt aufrollen. Die Preise sollten bis zu 50 Prozent unter denen der Mitbewerber liegen. Als Flugzeugmuster wählte die irische Airline die Phenom 100 des brasilianischen Herstellers Embraer. Dieser zweistrahlige Jet gehört zur Familie der VeryLightJets (VLJ) und kann in der Standardauslegung vier Passagiere befördern.

JetBird hatte 59 Phenom 100 in Auftrag gegeben und Optionen für weitere 41 Jets gezeichnet. Jeweils zehn sollten am Hauptsitz Köln/Bonn sowie in München stationiert werden. Weitere Niederlassungen waren in Berlin und Hamburg geplant.

Die Anzahlung für die ersten 25 Maschinen wollte die Royal Bank of Scotland (RBS) übernehmen. Diese machte aber nach dem endgültigen Absprung des Investors einen Rückzieher. Embraer hatte zum Jahresende 2009 vier Phenom 100 bereit gehalten, diese inzwischen jedoch wieder umlackiert und an andere Kunden ausgeliefert. Die Anzahlung in Höhe von zehn Millionen Euro, die bei Flugzeughersteller hinterlegt war, dürfte alle Voraussicht nach verloren sein.

Damit dürfte nun auch das Projekt insgesamt geplatzt sein. JetBird hatte die 38 Angestellten am Standort Köln/Bonn, darunter 14 Piloten, bereits im Dezember freigestellt.