ITB wegen Coronavirus abgesagt

Die für kommende Woche geplante ITB ist abgesagt. Hohe Auflagen der Gesundheitsbehörde waren für die Messe Berlin nicht umsetzbar. Zuvor hatten sich zwei Ministerien für eine Absage der weltweit größten Reisemesse ausgesprochen.

Fahnen vor dem Messegelände unter dem Berliner Funkturm © Messe Berlin

Die Messe Berlin hat angesichts des neuartigen Corona-Virus die für kommende Woche geplante Reisemesse ITB abgesagt. Nach Angaben der Messegesellschaft hatte das zuständige Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf die Auflagen stark erhöht.

Unter anderem hätte die Behörde angewiesen, dass jeder Messeteilnehmer der Messegesellschaft hätte belegen sollen, nicht aus den definierten Risikogebieten zu stammen oder Kontakt zu einer Person aus den Risikogebieten gehabt zu haben, teilte die Messe Berlin mit. "Die Auflagen insgesamt sind von der Messe Berlin nicht umsetzbar."

Die fünftägige ITB mit rund 10 000 Ausstellern sollte eigentlich am Mittwoch beginnen. Wegen des Virus hatten die Veranstalter schon die Erwartungen heruntergeschraubt und rechneten mit weniger Besuchern als im Vorjahr mit 160 000. Mehrere Aussteller haben abgesagt. Die für Mai geplante ITB China in Shanghai war schon vergangene Woche abgesagt worden.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte sich zuvor wegen der Ausbreitung des Coronavirus für eine Absage ITB ausgesprochen. Dem schloss sich auch das Bundeswirtschaftsministerium an, wie die Messegesellschaft mitteilte

Wegen des Virus haben die Veranstalter schon die Erwartungen heruntergeschraubt und rechnen mit weniger Besuchern als im Vorjahr . Mehrere Aussteller haben bereits abgesagt. Die für Mai geplante ITB China in Shanghai war schon vergangene Woche abgesagt worden.

In der Branche wurde die Entscheidung als richtig bezeichnet. Angesichts der aktuellen Lage sei die Absage der ITB eine "schmerzliche aber auch die einzig richtige Entscheidung", sagte Michael Frenzel, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW): "Sicherheit und Gesundheit ihrer Gäste haben für die Branche traditionell höchste Priorität."

Auch aus der Wirtschaft kam Zuspruch. "Die Entscheidung der Messe Berlin zur Absage der ITB verdient Respekt", sagte Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin. Gesundheit gehe vor Geschäft. "Gleichwohl ist die Absage dieser internationalen Reise-Leitmesse mit sieben Milliarden Euro Umsatz ein herber Schlag für die Hauptstadtwirtschaft und die beteiligten Unternehmen." Es sei zu befürchten, dass Aussteller und Messebauer auf ihren Kosten sitzen blieben.

Krisenstab der Bundesregierung erarbeitet Richtlinien

Am Nachmittag war in Berlin bereits der Krisenstab der Bundesregierung zusammengekommen, um über weitere Vorkehrungen gegen das neue Coronavirus Sars-CoV-2 zu beraten. Unter anderem sollen Kriterien zum Umgang mit Großveranstaltungen wie Messen erarbeitet werden, wie es vorab hieß. Dies soll den zuständigen Behörden vor Ort helfen, über Maßnahmen zu entscheiden. Konkrete Empfehlungen soll der Krisenstab nicht geben. Es gehe um eine "Handlungsorientierung", um bei vergleichbaren Situationen auch vergleichbare Krisenmaßnahmen zu gewährleisten.

© Messe Berlin, Lesen Sie auch: ITB droht Absage wegen Coronavirus

Beraten werden soll zudem über die Verfügbarkeit von Schutzausrüstung wie Atemmasken und Spezialanzügen, die weltweit stark gefragt sind. Der Krisenstab hat schon erste Maßnahmen auf den Weg gebracht. So sollen auch Flugpassagiere, die mit Maschinen aus Südkorea, Japan, Iran und Italien kommen, Angaben zu ihrer Erreichbarkeit nach der Landung machen. Dies gilt bereits für Direktflüge aus China. Solche "Aussteigekarten" sollen eine rasche Kontaktaufnahme ermöglichen, wenn sich herausstellt, dass jemand an Bord infiziert war.

Von: dh mit dpa

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