Italiens Regierung könnte Alitalia verstaatlichen

Nachdem auch die siebte Verkaufsfrist für Alitalia ohne konkretes Angebot endete, prüft die Regierung verschiedene Szenarien. Neben der Option der Verstaatlichung scheint auch die von Lufthansa anvisierte Restrukturierung möglich.

Eine Embraer 175 der Alitalia. © AirTeamImages.com / Matthieu Douhaire

Eine Woche nachdem die siebte Frist für einen belastbaren Sanierungs- und Rekapitalisierungsplan für den italienischen Staats-Carrier Alitalia ohne konkretes Angebot endete, sucht die italienische Regierung nach "Alternativen" für die bankrotte Fluggesellschaft.

Industrieminister Stefano Patuanelli brachte nun in einem Interview mit dem Radiosender "Radio Capital" erstmals eine Verstaatlichung der Traditions-Airline ins Gespräch. "Wir werden eine Lösung für die Alitalia finden. Eine Verstaatlichung wäre nicht unbedingt negativ", so Patuanelli.

Zudem garantierte der Minister, dass Alitalia nicht "bankrott gehen" werde. "Vom Standpunkt des Umsatzes ist Alitalia eine erfolgreiche Gesellschaft, doch die Kosten sind zu hoch", so Patuanelli. Eine Zerschlagung der Traditions-Airline schloss der Minister ebenfalls aus.

Flug- und Handlingsgeschäft könnten getrennt werden

Laut verschiedenen italienischen Medienberichten denken die Verantwortlichen erstmals auch über eine Restrukturierung der Airline nach.

Demnach könnte das Fluggeschäft von den Bodendiensten getrennt werden. Alitalia würde sich damit von rund 3000 bis 3500 Mitarbeiter trennen. Für diese soll jedoch laut Regierungsplänen eine Auffanggesellschaft gegründet werden.

Damit käme die Regierung dem Wunsch der Lufthansa nach einer Restrukturierung nach. Erst Anfang November sagte Carsten Spohr, dass Lufthansa nur in eine restrukturierte Alitalia investieren werde.

Von: br

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