Italienische Regierung gibt drei weitere Milliarden Euro für Alitalia

Alitalia soll in einer neuen Gesellschaft auferstehen und bekommt dafür noch einmal eine ordentliche staatliche Finanzspritze. Mittlerweile kommen seit der Insolvenz 2017 einige Milliarden an Steuergeldern für die Airline zusammen.

Flugzeug der Alitalia © AirTeamImages.com / Simone Ciaralli

Die italienische Regierung wird die angeschlagene Fluggesellschaft Alitalia erneut mit rund drei Milliarden Euro unterstützen. Das bestätigte Verkehrsministerin Paola De Micheli am Montag in Rom vor der Auslandspresse. Die Summe ist Teil eines neuen Hilfspakets zur Abfederung der Schäden durch die Corona-Krise in Italien. Die Regierung werde es in Kürze beschließen, sagte die Politikerin.

Das Hilfspaket soll nach Medienberichten eine Höhe von insgesamt rund 55 Milliarden Euro haben. Ein entsprechendes Dekret sollte am Montagabend oder am Dienstag vorgelegt werden.

© AirTeamImages.com, Ido Wachtel Lesen Sie auch: Alitalia wird verstaatlicht

Die Regierung in Rom will die seit Jahren insolvente Fluggesellschaft Alitalia im Juni verstaatlichen. Dabei soll eine neue Gesellschaft entstehen, für die die aktuelle Geldspritze gedacht ist. Die neue Gesellschaft soll 90 Flugzeuge aus der aktuellen Flotte der größten italienischen Airline übernehmen.

Alitalia macht seit 2002 keinen Profit mehr. Das Unternehmen wurde 2008 privatisiert, brauchte aber immer wieder staatliche Hilfen. Laut Branchenanalyst Andrea Giuricin kostete dies den Steuerzahler in den vergangenen zwölf Jahren rund zehn Milliarden Euro. Seit 2017 ist Alitalia nun insolvent. Zahlreiche Versuche, einen privaten Käufer zu finden, scheiterten. Der Staat hatte dem Traditionsunternehmen mit rund 10.000 Arbeitsplätzen in jüngerer Zeit Überbrückungskredite von zusammen rund 1,5 Milliarden Euro gewährt.

Von: dk, dpa

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