Italienische Kartellbehörde stoppt neue Ryanair-Handgepäckregeln

Italiens Kartellbehörde stoppt die neuen Handgepäckregeln der Billigflieger Ryanair und Wizz Air. Diese würden dem Verbraucher falsche Preisvorstellungen suggerieren. Ryanair geht juristische dagegen vor.

Ryanair-Check-In am Flughafen Palma de Mallorca. © dpa / Clara Margais

Die italienische Kartellbehörde hat die Billigflieger Ryanair und Wizz Air daran gehindert, von diesem Donnerstag an neue Gebühren für Handgepäck einzuführen. Handgepäck sei ein "wesentlicher Bestandteil" im Luftverkehr, teilte die Behörde mit. Müsse der Reisende dafür extra zahlen, verzerre das nicht nur den realen Preis für die Flugreise, sondern führe den Verbraucher auch in die Irre, argumentierten die Wettbewerbshüter.

Man werde unmittelbar Rechtsmittel einlegen, kündigte Ryanair-Sprecher Robin Kiely daraufhin in Dublin an. Es gebe für die italienische Wettbewerbsbehörde keinerlei Grundlage für Entscheidungen, die Luftsicherheit und Pünktlichkeit berührten. Die neuen Richtlinien zum Handgepäck seien transparent und vorteilhaft für die Konsumenten.

Kartellbehörde klassifiziert Regularien als intransparent

Genau das hat die italienische Kartellbehörde anders gesehen und die neue Richtlinien bei Ryanair und Wizz Air am ersten Gültigkeitstag gestoppt. Wenn Reisende für Handgepäck extra zahlen müssten, verzerre das den realen Preis für die Flugreise.

Im Standardtarif sollen Reisende lediglich noch eine kleine Tasche mit an Bord nehmen können. Nur gegen einen Aufpreis von sechs Euro dürfen noch zwei Gepäckstücke inklusive eines kleinen Rollkoffers in die Kabine mitgenommen werden. Einzig Priority-Boarding-Kunden dürfen weiter ein zweites größeres Gepäckstück mit sich führen. Als Grund gibt die Airline Zeitersparnis an.

International keine einheitlichen Regeln

Grundsätzlich gibt es international keine Vorschriften zu Größe und Gewicht des Handgepäcks, sondern lediglich Empfehlungen des Airline-Verbandes Iata. Die noch kostenfreie Tasche bei Wizz Air und Ryanair liegt in den Maßen (40 x 20 x 25 Zentimeter) deutlich unter den Iata-Vorgaben (56 x 45 x 25 Zentimeter). Der BDL (Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft) empfiehlt Passagieren grundsätzlich, vor der Reise die Bedingungen der gebuchten Airlines zu studieren.

Von: dpa, br

Lesen Sie jetzt
Themen
Tarifvertrag Gepäck Strategie Fluggesellschaften Management Marketing Ryanair Italien Wizz Air Personal