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Italienische Eisenbahn zeigt Interesse an Alitalia

Die italienische Eisenbahn kann sich vorstellen, bei der insolventen Alitalia einzusteigen. Gleichzeitig bringt sich Ryanair als Zubringer für die Langstrecken-Hubs der Airline ins Spiel.

A321 von Alitalia © AirTeamImages.com / Ido Wachtel

Es gibt neue Hoffnung für die von Italiens Regierung favorisierte "rein italienische Lösung" für die insolvente Alitalia. Laut eines Berichts der österreichischen Nachrichtenagentur "APA" kann sich Italiens staatliche Eisenbahngesellschaft "Ferrovie dello Stato Italiane" einen Einstieg bei dem finanziell angeschlagenen Flagcarrier vorstellen.

"Eine solche Verbindung wäre für die Bahn eine Option", zitiert die Nachrichtenagentur Bahn-Chef Gianfranco Battisti. So könne man insbesondere bei Tickets und Routen von Synergieeffekten profitieren. Noch vergangene Woche sagte Battisti, dass man sich Alitalia erst einmal genau anschauen müsse - dies ist offenbar inzwischen geschehen.

Damit zeigt immerhin ein Staatsunternehmen Interesse an einem Alitalia-Einstieg. Im August stellte Rom ihre "rein italienische Lösung" für die kriselnde Airline vor. So sollten die italienische Post, die staatliche Investitionsbank und die staatliche Eisenbahn zusammen 100 Prozent der Krisen-Airline übernehmen. Die Post als auch die Investitionsbank erteilten dem Plan eine Absage. So sagte der Chef der Post Matteo Del Fante gegenüber italienischen Medien, dass man keinerlei Interesse an einer Alitalia-Beteiligung habe.

Ryanair bringt sich für Langstrecken-Zubringer ins Gespräch

Gleichzeitig zeigt Billigflieger Ryanair Interesse an einer Kooperation mit der italienischen Airline, berichtet die Nachrichtenagentur "Dow Jones". Konkret kann sich der Low-Cost-Carrier vorstellen, die Alitalia-Langstrecken-Drehkreuze in Mailand-Malpensa und Rom-Fiumicino mit Zubringerflügen zu versorgen.

Anteile an Italiens Carrier zu übernehmen, schließt man in Dublin hingegen aus. So gab es laut Medienberichten bisher keinen Kontakt zwischen Regierungsvertretern und der irischen Airline. Italien ist der mit Abstand größte Inlandsmarkt für den Billigflieger. Dort bieten die Iren aktuell über 1300 wöchentliche Inlandsflüge an und operieren an 29 Airports.

Anfang August hatte die Regierung ein neues Verkaufsverfahren für Alitalia angekündigt. Dabei soll die Beteiligung ausländischer Investoren auf 49 Prozent beschränkt werden.

Easyjet weiter interessiert

Easyjet gehörte vor den Wahlen in Italien im März neben Lufthansa, Wizz Air und dem Finanzinvestor Cerberus zu den verbliebenen Kaufinteressenten für Alitalia. Nun hat Airline-Chef Johan Lundgren erneut Interesse bekundet, die Europa-Strecken der italienischen Carriers zu übernehmen.

Italiens Verkehrsminister Danilo Toninelli sagte vergangene Woche gegenüber italienischen Medien, dass er Lufthansa nicht mehr zu den strategisch wichtigsten Partnern zähle. Anfang der Woche wurde bekannt, dass der Kranich einen Kurswechsel bei seiner Italien-Strategie vollzieht. So investiert das Unternehmen 100 Millionen Euro in den Ausbau der italienischen Tochter "Air Dolomiti".

© Lufthansa, Lesen Sie auch: Lufthansa will Air-Dolomiti-Flotte verdoppeln

Von: br

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