Italien verlangt hohe Kapitaleinlagen für "neue Alitalia"

Die Teilübernahme von Alitalia könnte für Delta und Easyjet teuer werden. Insgesamt bis zu eine Milliarde Euro sollen die zukünftigen Eigentümer in die "neue Alitalia" stecken. Lufthansa wäre dann außen vor.

Flugbegleiterinnen der Alitalia © dpa - Bildfunk / Telenews/epa ansa/dpa

Delta Air Lines und Easyjet lassen sich die Übernahme von Alitalia bis zu 400 Millionen Euro kosten. Nach Angaben von Bloomberg sollen die neuen Eigentümer insgesamt sogar per Kapitaleinlage rund eine Milliarde Euro für die "neue Alitalia" investieren.

Neben den zwei Fluggesellschaften sollen den Angaben nach auch weiterhin staatliche Unternehmen an der italienischen Fluggesellschaft beteiligt bleiben. So soll die italienische Staatsbahn Ferrovie dello Stato Italiane (FS), die den Verkauf aktuell koordiniert, rund 15 Prozent der neuen Alitalia behalten. Weitere 45 Prozent sollen an weitere staatliche Betriebe gehen.

Italien will staatliche Mehrheit

Für Delta und Easyjet bleibt demnach lediglich eine Minderheitsbeteiligung von zusammen 40 Prozent. Die beiden Airlines sind beim Verkauf der insolventen Alitalia aktuell die exklusiven Verhandlungspartner für die italienische Staatsbahn. In den Verhandlungen würden die Grundlagen für eine neue Alitalia definiert werden, hieß es vergangene Woche in einer Pressemitteilung.

Sollte es in dem Prozess tatsächlich zu einer Lösung kommen, wäre Mitinteressentin Lufthansa aus dem Rennen. Eine Beteiligung an einem vom italienischen Staat kontrollierten Unternehmen kommt für Lufthansa nicht in Betracht, hatte Vorstandschef Carsten Spohr mehrfach klar gemacht.

Laut italienischen Medien hatte Delta das Angebot ins Spiel gebracht, Teile der Alitalia zusammen mit Easyjet übernehmen zu wollen. Dem Vorschlag zufolge soll der Flugbetrieb anschließend aufgeteilt werden. Die Langstrecken wollen die Amerikaner in ihre Allianz für Nordatlantikflüge integrieren. Die Europa-Strecken soll der orange-weiße Low-Coster übernehmen.

Von: dh

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