Iran schickt Blackboxes von abgeschossenem Flugzeug nach Frankreich

Fast ein halbes Jahr, nachdem ein ukrainisches Passagierflugzeug durch einen Raketentreffer abstürzte, erklärt sich Iran bereit, die Blackboxes zur Auswertung nach Frankreich zu schicken. Ob das etwas zur Aufklärung beitragen kann, ist offen.

Eine Rettungskraft ist nach dem Absturz einer ukrainischen Passagiermaschine an der Absturzstelle zwischen Trümmern im Einsatz © dpa / Ebrahim Norooz

Mehr als fünf Monate nach dem Abschluss eines ukrainischen Passagierflugzeugs bei Teheran werden die Blackboxes des Flugzeugs nach Angaben der iranischen Regierung "in den kommenden Tagen" zur Auswertung nach Frankreich geschickt. Die Entscheidung, die Blackboxes zu übergeben, sei bereits "vor einiger Zeit" getroffen worden, nun werde dies "in die Tat umgesetzt", teilte der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif nach einem Telefonat mit seinem kanadischen Kollegen François-Philippe Champagne mit.

Bei dem Flugzeugabschuss am 8. Januar waren alle 176 Insassen getötet worden. Die iranischen Revolutionsgarden übernahmen die Verantwortung und gaben an, die Passagiermaschine versehentlich abgeschossen zu haben. Der Iran hatte zum Zeitpunkt des Abschusses mit Raketenangriffen auf US-Stützpunkte im Irak auf die Tötung des iranischen Generals Kassem Soleimani durch die USA geantwortet.

© dpa, Ebrahim Norooz Lesen Sie auch: Boeing 737-800 von Ukraine International Airlines bei Teheran abgestürzt

Bei einem großen Teil der getöteten Flugpassagiere handelte es sich um Kanadier. Die Regierung in Ottawa hatte die Regierung in Teheran wiederholt aufgefordert, die Blackboxes zur Auswertung an die Ukraine oder Frankreich zu übergeben. Die Corona-Pandemie und Flugstreichungen hatten das Vorhaben aber verzögert, wie das iranische Außenministerium schon vergangene Woche erklärte.

Anfang Juni hatte die amtliche Nachrichtenagentur Irna berichtet, die iranischen Behörden seien zur Übergabe der Blackboxes an Paris oder Kiew bereit. Allerdings seien diese so schwer beschädigt, dass sie die Ermittlungen möglicherweise nicht weiter voranbringen könnten.

Von: dk, afp

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