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Umbau für 380 Millionen Euro Investor für Flugplatz Bitburg

Für den Bitburg Airport hat sich ein Investor gefunden. Demnach will ein asiatischer Geschäftsmann rund 380 Millionen Euro investieren und den Platz in der Eifel zu einem internationalen Flughafen umbauen. Im Umkreis mangelt es aber schon jetzt nicht an Start- und Landebahnen.

Schulungsflugzeuge vor dem Tower des Flugplatzes in Bitburg © dpa, H. Tittel

Ein asiatischer Investor will offenbar mit 380 Millionen Euro den Umbau des ehemaligen Militärflughafens in Bitburg finanzieren. Noch in diesem Jahr werde ein Startkapital von 30 Millionen Euro auf einem "projektgebundenen Konto einer Luxemburger Bank" deponiert, teilte der aus Luxemburg stammende Projektleiter des Bitburg Airports, Frank Lamparski, am Donnerstag mit. Seinen Angaben zufolge hat der Geschäftsmann aus Asien bereits nachhaltige Industrieprojekte finanziert.

Laut Lamparski wurde am 17. Dezember eine entsprechende Joint-Venture-Vereinbarung unterzeichnet. Demnach soll der ehemalige Stützpunkt der US-Luftwaffe in der Eifel in zwei Schritten vom Regionalflughafen zum internationalen Flughafen entwickelt werden.

"Das Geschäftsmodell des Bitburg Airport basiert wie bisher auf vier Säulen", sagte Lamparski. Dazu zählten die Einrichtung von Flugzeug-Werften, der Aufbau von Frachtflugverkehr, Geschäftsfliegerei und Passagierflüge. Ein Businessplan sei dem Investor vorgelegt worden, auf dessen Grundlage flössen nun die ersten 30 Millionen Euro. In den kommenden Jahren würden weitere 350 Millionen Euro für den Auf- und Ausbau hinzukommen. Das Kapital gelte als gesichert.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Flugplatz Bitburg GmbH, der CDU-Landtagsabgeordnete Michael Billen, sagte, dass der Investor nicht öffentlich genannt werden wolle. Der ehemalige Pilot Lamparski hatte vor zwei Jahren 40,53 Prozent der Flugplatz GmbH übernommen und ist damit größter Anteilseigner.

Bereits im Juni hatte er gesagt, dass in den nächsten 15 Jahren 400 Millionen Euro in die Infrastruktur fließen müssten. Die rheinland-pfälzische rot-grüne Landesregierung lehnt das Vorhaben in der Eifel ab. Im Umkreis der knapp 13.000 Einwohner zählenden Stadt Bitburg mangelt es schon jetzt nicht an Start- und Landebahnen. Nur wenige Flugminuten entfernt liegt etwa Luxemburg-Findel, Europas fünftgrößter Frachtflughafen; und bis nach Frankfurt-Hahn im Hunsrück ist es auch nicht weit.

Lamparski sieht für einen «BIT-Airport» dennoch Bedarf und argumentiert mit dem weltweiten Wachstum im Luftverkehr. An Billigfliegern habe er kein Interesse, erklärte er schon bei der Präsentation seiner Pläne. Auch wolle er keine Konkurrenz zum Luxemburger Flughafen aufbauen, sondern überlastete Airports wie Rhein-Main in Frankfurt entlasten, wo längst Raumnot herrsche. In Bitburg mangelt es daran nicht, im Gegenteil: Auf dem Flugfeld ist noch viel Platz.  

Von: dapd

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