Investitionen in Drohnen: Deutschland auf Platz zwei

BDL und BDLI haben erstmals den deutschen Drohnenmarkt kartografiert: Noch überwiegt die private Nutzung der kommerziellen. Im Bereich Finanzierung kann sich Deutschland wegen zweier Unternehmen sehen lassen.

UAV über Hamburg. © Jan Brandes

Deutschland belegt gemessen an der Höhe des Investitionsvolumens in Drohnen-Technologie weltweit den zweiten Platz. Seit 2012 sind 170 Millionen Dollar in dem Bereich in deutsche Unternehmen investiert worden, konstatiert eine neue Studie der Hamburger Marktforscher Drone Industry Insights im Auftrag des VUL (Verbands Umbenannter Luftfahrt), die airliners.de in Auszügen vorliegt. Dies sind jedoch nur sechs Prozent des globalen Drohnen-Geldflusses in dem Zeitraum.

Dabei kommt lediglich ein bisschen mehr als die Hälfte des Geldes von deutschen Investoren. Gleichzeitig geht deren Geld zu einem Großteil an Unternehmen in den USA. Hierzulande fokussiert sich der Geldfluss vor allem auf zwei Player: Lilium und Volocopter - beide arbeiten an der Herstellung von Flugtaxis.

Wohin das Geld geht
Angaben in Prozent
Plattformhersteller 59
Services 18
Drohnenabwehr 14
Software 9

Quelle: VUL

Lilium hat laut VUL 101,4 Millionen Dollar Venture Capital eingenommen. Das Finanzierungsvolumen von Volocopter beträgt laut der Initiative von BDL (Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft) und BDLI (Bundesverband der Luft- und Raumfahrtindustrie) 36 Millionen Dollar.

Großteil der Menschen arbeitet im Servicebereich

Lilium und Volocopter beschäftigen jeweils 50 bis 200 Mitarbeiter, so die Studie. Diese schätzt, dass sich in Deutschland rund 10.300 Personen mit Drohnen beschäftigen. 80 Prozent davon im Servicebereich, sprich in der Anwendung und zum Beispiel Weiterentwicklung von Hard- und Software. Im Vergleich zum internationalen Durchschnitt sei der Anteil an Herstellern in Deutschland mit 13 Prozent eher hoch, heißt es.

Die größte Anzahl der Unternehmen, die sich mit Drohnen beschäftigen, komme demnach aus dem Bundesland Bayern. Abgesehen von Berlin, konzentrieren sich die Unternehmen eher im Süden und Westen Deutschlands.

Verteilung der Drohnenunternehmen in Deutschland
Angaben in Prozent
Bayern 19.3
Nordrhein-Westfalen 13.5
Baden-Württemberg 10.4
Berlin 9.1
Hessen 7.5
Hamburg 6.7
Niedersachsen 5.5
Brandenburg 5.2
Saarland 3.3
Schleswig-Holstein 3.3
Thüringen 3.1
Sachsen 2.9
Bremen 2.9
Sachsen-Anhalt 2.7
Rheinland-Pfalz 2.6
Mecklenburg-Vorpommern 2.2

Quelle: VUL

Die Studie hat als erste ihrer Art den deutschen Drohnenmarkt kartografiert. Der VUL geht davon aus, dass aktuell rund 470.000 Drohnen im Betrieb sind. Davon entfallen 451.000 auf private und lediglich 19.000 auf die kommerzielle Nutzung.

Demgegenüber entfalle aber der Großteil des Marktvolumens von 574 Millionen Euro auf den kommerziellen Bereich (404 Millionen Euro) - der private Sektor mache lediglich 169 Millionen Euro aus.

Die Veranstaltung

Anlässlich der Präsentation der Studie lädt der VUL (BDL und BDLI) am Dienstag (12. Februar) zur Konferenz "Drone Insights - The Unmanned Aviation Summit" in Berlin. Diskutiert werden sollen die Einflüsse, die die Entwicklung des Markts für unbemannte Fluggeräte auf die Luftfahrtbranche hat. Es diskutieren unter anderem Staatsministerin Dorothee Bär (CSU), der Luftfahrtkoordinator der Bundesregierung, Thomas Jarzombek (CDU) sowie der Drohnenexperte Hendrik Bödecker. Alle Informationen finden Sie hier.

Allerdings geht der Verband auch davon aus, dass der Markt sich in Zukunft weiter bereinigen wird. "Wir befinden uns noch in einer sehr frühen Phase", heißt es in der Studie. "Der Trend von vielen kleinen Investitionen wird sich bald zu wenigen sehr großen Investitionen wandeln." Die schwelle liege hier an der zehn-Millionen-Dollar-Grenze.

Entscheidend sei hier auch der regulatorische Einfluss des Gesetzgebers. So hat Deutschland zwar bereits 2017 über eine eigene Verordnung Pflichten für private Drohnennutzung festgeschrieben, doch die EU will hier noch nachlegen.

© dpa, Andreas Arnold Lesen Sie auch: Drohnenvorschriften in der EU werden vereinheitlicht

Von: cs

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