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Ein Qatar-Airbus hebt am Frankfurter Flughafen ab. © AirTeamImages.com

Das umstrittene Luftverkehrsabkommen zwischen der Europäischen Union und Katar ist in der vergangenen Woche von beiden Seiten unterzeichnet worden und direkt in Kraft getreten. Damit können mehr Flüge zwischen Europa und Katar aufgenommen werden. Bis 2024 können jetzt schrittweise die Kapazitäten ausgebaut werden.

Im Interview mit airliners.de spricht Aviation-Professor Richard Klophaus von der Hochschule Worms über die Vorteile, die sich für Bürger und einige Flughäfen ergeben. Außerdem spricht er über die Furcht der Lufthansa vor dem Abkommen, möglichen Reaktionen, und warum es den Kranich im europäischen Vergleich am Härtetesten treffen könnte.

airliners.de: Die Kritik am EU-Katar-Luftverkehrsabkommen ist groß, so in Deutschland, aber auch in anderen europäischen Ländern wie Frankreich und den Niederlanden. Warum hat die EU das Abkommen dann überhaupt abgeschlossen?

Richard Klophaus: Das stimmt zwar, muss aber differenziert betrachtet werden. In Deutschland ist die Sichtweise der Lufthansa auf dieses Abkommen vorherrschend. Lassen Sie uns die einzelnen Akteure und deren Partikularinteressen anschauen.

Sehr gerne. Beginnen wir mit der Politik.

Die Europäischen Union will dieses Abkommen. Die EU-Kommission hat das große Ziel der Liberalisierung und in dieser Tradition wurden schon zahlreiche Open-Skies-Abkommen geschlossen. 2008 ist das erste Agreement zwischen der EU und den USA in Kraft getreten und seitdem sind zahlreiche weitere Open-Skies-Agreements hinzugekommen.

Und in diesem Jahr das größte mit den Asean-Staaten?

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Im Fall des Asean-Abkommens mussten ein Block aus zehn asiatischen Ländern mit einem Block von 27 europäischen Ländern zusammenkommen. Die Vereinbarung multilateraler Luftverkehrsabkommen ist per se schwieriger als bilaterale Übereinkünfte. Herausgekommen ist ein umfassendes Abkommen, das anders als das Katar-Abkommen auch fünfte Freiheitsverkehre erlaubt. Den europäischen Airlines bereitet das Katar-Abkommen dennoch größere Bauchschmerzen. Insgesamt können wir aber hinter die Politik ein Häkchen machen. Die Politik will das.

EU-Luftfahrtstrategie

Die EU-Kommission hat Ende 2015 ihre Luftfahrtstrategie verabschiedet. Ziel war unter anderem, [für möglichst viele Staaten](https://www.airliners.de/eu-mandat-luftverkehrsverhandlungen-21-staaten/37602?utm_campaign=readmore&utm_medium=articlebox&utm_source=air) umfassende Luftverkehrsabkommen abzuschließen. Bei erfolgreichem Abschluss der Verhandlungen wären nach ihren Angaben mit den bislang geschlossenen Abkommen über 75 Prozent der Passagiere im Verkehr in die und aus der EU abgedeckt. Das Mandat der EU lief aber im Sommer 2019 aus, nur mit Katar und den Asean-Staaten wurden Abkommen auf EU-Ebene vereinbart.

Die EU betont, dass bei dem umfassenden Abkommen auch Arbeitsschutzbedingungen, Sozialleistungen und Umweltstandards integriert wurden. Ist das überprüfbar?

Erst gab es Open-Skies-Abkommen, dann wurden Fair Skies gerade von Airlines und auch von Gewerkschaften problematisiert und jetzt werden "umfassende Luftverkehrsabkommen" (Comprehensive Air Transport Agreement, Cata) unterzeichnet. Die EU ist stolz darauf. Grundsätzlich ist das auch nichts Schlechtes. Qatar Airways steht aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen in der Kritik.

Gewinnt die EU denn mit diesem Abkommen Einfluss, so dass sich auf katarischer Seite etwas verändert?

Das glaube ich eher nicht. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion mussten mit den Staaten des ehemaligen Ostblocks neue Luftverkehrsabkommen geschlossen werden. Sie beinhalten eine Vielzahl von Kapiteln und Artikeln. Im Anhang zum eigentlichen Abkommen wird dann aber letztlich recht kompakt geregelt, welche Strecken tatsächlich geflogen werden dürfen. Schon damals war Papier geduldig, und das wird es auch heute sein. Die Problematik der mit Katar vereinbarten Verpflichtungen zu Sozialstandards oder bei Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels besteht aus meiner Sicht in deren Durchsetzbarkeit.

Was bedeutet das Abkommen für die Verbraucher?

Die Verbraucher wird es freuen, denn sie bekommen ein größeres Angebot. Mehr Direktverbindungen in die Golf-Region und damit mehr Umsteigeverbindungen nach Asien und Australien, vielleicht auch Afrika. Die Folge ist eine höhere Konnektivität. Dementsprechend können wir auch beim Verbraucher ein Häkchen setzen.

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