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"Eurowings Discover ist die spannendste Herausforderung meiner Karriere", © Eurowings
CEO von Eurowings Discover: Wolfgang Raebiger © Eurowings
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Mit Eurowings Discover startet die Lufthansa eine neue deutsche Ferienfluggesellschaft. Jetzt haben die Mitarbeiter des Unternehmens der Presse das erste Flugzeug und das Produkt vorgestellt. Am Rande der Veranstaltung in Frankfurt spricht airliners.de mit dem Airline-Chef Wolfgang Raebiger über die Ziele der neuen Fluggesellschaft, die Herausforderungen des Klimawandels und den Konkurrenten Condor.

Herr Raebiger, eine neue Fluggesellschaft gründet man ja nicht alle Tage, besonders nicht während einer Pandemie. Wie hat man Sie eigentlich für diesen Job angesprochen? So auf die Art: Machen Sie mal?

Wolfgang Raebiger: Nicht ganz, aber ich erinnere mich noch genau an den Anruf aus dem Büro des Lufthansa Vorstands Dr. Detlef Kayser im Herbst 2019. Ob ich Zeit hätte, vorbeizukommen für einen Austausch. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Lufthansa Group bereits entschieden, sich im touristischen Segment stärker aufzustellen. Das Projekt "Ocean" gab es schon, nun suchten sie eine Projektleitung. Ich arbeitete zu diesem Zeitpunkt seit über 25 Jahren in der Lufthansa Group, die Idee, beim Aufbau einer neuen Airline der Lufthansa Group mitzuwirken, hat mich sofort begeistert. Ich habe meine Entscheidung nie bereut. Im Gegenteil, der Aufbau von Eurowings Discover ist für mich die sicherlich spannendste Herausforderung meiner beruflichen Karriere.

Wenn man Ihr Team bei der Veranstaltung erlebt, spürt man ja regelrecht die Begeisterung und das Engagement. Ist das eine intrinsische Motivation Ihrer Mitarbeiter oder leben Sie als CEO ihrem Team etwas Besonderes vor?

Wir dürfen nicht vergessen, dass der aktive Aufbau unserer Airline in die schwerste Krise der Luftfahrt gefallen ist, die durchzogen war von schlechten Nachrichten für unsere Branche. Bei Eurowings Discover gab es Perspektive und Aufbruchstimmung. Zumindest einigen konnten wir in dieser schweren Zeit die Chance bieten, in ihren Lieblingsberuf zurückzukehren. In dieser herausfordernden Zeit gemeinsam etwas aufgebaut zu haben, das verbindet und motiviert. Aber wir haben uns am Anfang des Projekts auch ganz bewusst etwas gesagt.

Nämlich?

Dass die Werte, die wir gegenüber unseren Kunden leben wollen, auch für uns als Team gelten. Wir sind eine Ferienfluggesellschaft. Das soll an Bord spürbar sein, aber auch bei unserer täglichen Arbeit. Ich glaube, das haben wir bisher gut geschafft.

Welche Werte sind das denn?

Die drei wesentlichen Kundenwerte sind "approachable", "joyful" und "easy".

Das müssen Sie ein bisschen erklären.

Als Ferien-Airline wollen wir vor allem "approachable" sein. Wir sind jederzeit für unsere Gäste ansprechbar. Viele von ihnen reisen nur wenige Male im Jahr, haben Fragen, sind unsicher. Unser Team ist für sie da, während des Buchungsprozesses, vor Ort am Flughafen und an Bord sowieso. Der Flug soll bei uns unbedingt Teil des Urlaubs sein. Wir wollen reisen einfach machen, die Komplexität rausnehmen. So ist bei uns ist auf der Langstrecke vom Essen, über Softdrinks bis hin zum Unterhaltungsprogramm alles inklusive – keine versteckten Kosten. Die Bordunterhaltung kann übrigens auch ganz einfach mit dem eigenen Mobile Device verknüpft werden. Das sind nur ein paar Beispiele.

Beide Werte lassen sich auch gut an Hand unseres Büros am Flughafen erklären. Türen gibt es dort so gut wie keine, alle im Team sind jederzeit ansprechbar. Ich selbst sitze jeden Tag an einem anderen Arbeitsplatz, um möglichst nah an der Mannschaft zu sein. Die Administration und die Crew sind gemeinsam auf einer Fläche untergebracht. Wenn die Crew Feedback zu einem Prozess oder Produkt an Bord hat, gehen sie ganz einfach direkt nach ihrem Flug bei unserem Produkt- und Marketing-Team vorbei. Wir wollen die Sachen nicht kompliziert machen, sondern einfach halten.

Und welche Bedeutung kommt dem Wert "joyful" zu?

Der ist natürlich für eine Ferien-Airline ganz essenziell. Urlaub, das ist doch für uns alle die beste Zeit des Jahres. Bei uns an Bord soll sie beginnen und ausklingen. Es klingt banal, aber die Werte haben uns gerade in schwierigen Phasen des Aufbaus und der Pandemie eine Orientierung gegeben. Wir messen uns übrigens auch regelmäßig in internen Umfragen daran, wie joyful, easy und approachable unsere Zusammenarbeit ist.

Bordpersonal der Eurowings Discover, © Eurowings
Bordpersonal der Eurowings Discover © Eurowings
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Bleibt die Leichtigkeit: Wie groß war denn der Druck für Sie, das Projekt erfolgreich umzusetzen?

Der zeitliche Druck war ein Stück weit da. Wir sind davon ausgegangen, dass irgendwann in diesem Sommer ein Aufschwung zu erwarten ist und Menschen wieder reisen wollen. Wir hatten uns daher selbst das Ziel gesetzt, im Laufe des Sommers startklar zu sein. Und das haben wir geschafft. Aber uns war auch immer klar, dass wir diese Airline für die Zukunft bauen und es auf ein paar Monate mehr oder weniger nicht ankommt.

Sie starten in Frankfurt, haben aber bereits angekündigt, dass Eurowings Discover von München aus fliegen wird.

Wir haben die Airline so aufgebaut, dass wir vollständig in das Netzwerk der Lufthansa an den Drehkreuzen integriert sind. So können wir durchgängige Buchungsprozesse und nahtlosen Umsteigeverkehr von allen deutschen und europäischen Lufthansa Abflugorten anbieten. Neben Frankfurt ist München ab Sommer 2022 der logische nächste Schritt dieser Strategie.

Sie haben in Ihrer Präsentation zu Eurowings Discover das Visionäre mit einem Zitat von Steve Jobs angesprochen: Anders machen als die Wettbewerber. Was sind Ihre obersten Ziele?

Das oberste Ziel ist immer, dass unsere Gäste am Ende des Tages glücklich sind und ihren nächsten Ferienort nach unserem Streckennetz aussuchen. Wenn das der Fall ist, haben wir alles richtig gemacht.

Um bei dem Gedanken von Steve Jobs zu bleiben: Wie definieren Sie denn den Unterschied zu anderen Ferienfluggesellschaften? Was ist das, was Sie besonders auszeichnet?

Wir bieten ein hochwertiges touristisches Produkt. Wir haben ein Economy-Class-Angebot, das sehr viele Inklusivleistungen bietet, eine Premium-Economy-Class auf Lufthansa Niveau und ein Business-Class-Angebot mit Sleeper-Seat, das sich im Wettbewerb sehen lassen kann. Zudem gibt es ein tolles und umfassendes Unterhaltungsangebot, eingebaut im Sitz, aber auch mit eigenem Mobile Device verknüpfbar. Und alles kostenlos. Nun sind wir gespannt darauf, wie das Angebot bei unseren Gästen ankommt, gegebenenfalls werden wir nachbessern. Im Rahmen der Digitalisierung sind uns fast keine Grenzen gesetzt, da haben wir noch sehr viele Ideen, die wir in den nächsten Monaten ausprobieren werden, so dass das Reiseerlebnis mit Eurowings Discover immer besser werden wird.

Gibt es ein Menschenbild, dem Sie folgen? Dass der moderne Mensch ein global denkender Mensch ist, der sich in die globalisierte Welt eingelebt hat?

Ich glaube, dass das Reisen und auch das Fernreisen das beste Friedensprojekt ist, das es geben kann. Es trägt dazu bei, dass sich Menschen miteinander verbinden können, einander kennenlernen, das baut Hürden und Vorurteile ab und ist in meinen Augen das Beste, das man tun kann. Reisen bildet und bringt Kontakt zu anderen Kulturen. Unsere große Zielgruppe ist der Kunde, der selten reist, für den alles aufregend ist. Wir haben ein breites Angebot für den Backpacker bis zu dem Gast, der sich eine richtig luxuriöse Reise leisten will und auch kann.

Wie sehen Sie die Entwicklung des Marktes? Lufthansa wurde ja vorgehalten, den Touristikbereich etwas unterschätzt zu haben.

Wir sind alle überzeugt, dass sich das touristische Segment erholen wird, die aktuellen Buchungszahlen sprechen ja für sich. Wir sind da, für die Menschen, die reisen wollen und Sehnsucht nach der Ferne haben. Unser großer Vorteil ist: Wir sind nicht einfach ein Teil eines großen Unternehmens, sondern können uns dieser Aufgabe ganzheitlich widmen – wir verankern das Ferienfliegen fest in unserer DNA. Das stärkt den Fokus ungemein.

Condor ist der große Wettbewerber. Die Existenz von Eurowings Discover ist da schon eine Kampfansage. Gibt es da auch verbal etwas, was Sie in Richtung des Konkurrenten äußern, etwa dass Sie die Besseren auf dem Markt sind?

Es ist sicherlich wichtig im Rahmen dieser Diskussion auch immer wieder daran zu erinnern, dass die Lufthansa Group schon viele Jahre in der Touristik aktiv gewesen ist, unter anderem mit einem starken Angebot auf der touristischen Langstrecke. Der Wettbewerb ist also nicht neu. Wir respektieren unsere Wettbewerber, sie machen einen richtig guten Job. Da müssen wir erstmal hinkommen. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen.

Hätten Sie sich noch mehr Spielraum erhofft in Bezug auf die gegebenen Möglichkeiten?

Ich hätte mir nicht mehr Gestaltungsspielraum wünschen können. Aber noch wichtiger: wir hatten zu jeder Zeit den maximalen Rückhalt und die Unterstützung der gesamten Lufthansa Group.

Gerade sind weite Teile von Deutschlands Westen überschwemmt. Hier deuten sich nach Experteneinschätzungen bereits Folgen des Klimawandels an. Wie schätzen Sie die Situation für die Luftverkehrsbranche ein, die ja die CO2-Bilanz deutlich aufbessern muss?

Das Thema Nachhaltigkeit und die Einführung von umweltfreundlichen Technologien hat seit vielen Jahren einen sehr hohen Stellenwert in der Lufthansa Group. Natürlich gilt das auch für uns. Wir haben Nachhaltigkeit von Beginn an tief bei uns verankert, haben einen eigenes Team, das sich auf verschiedenen Ebenen damit befasst. Das größte Thema dabei ist natürlich die Frage, wie wir CO2-Emissionen reduzieren können. Wir machen heute schon viel, was die Flugwegplanung angeht oder die Muster der Flugzeuge, die auf Sparsamkeit ausgelegt sind. Wir bieten über unseren Partner Compensaid Kompensationsmöglichkeiten an, etwa in Form von Aufforstung. Hier gibt es noch viele Möglichkeiten und wir werden diesen wichtigen Weg gemeinsam mit der Lufthansa Group gehen.

Wenn Sie neue Flugzeuge erhalten, werden Sie dann die Airbus-Neo-Flugzeuge bevorzugen?

Bevor wir uns um neue Flugzeuge bewerben, fliegen wir jetzt erstmal los. Mit den Airbus 330 stehen uns schon heute sehr effiziente Flugzeuge zur Verfügung, das gilt auch für die Airbus 320, von denen wir bereits im Winter drei erhalten.

Jetzt sind Sie ganz am Anfang. Schon eine Idee, wo Sie in fünf Jahren stehen werden?

Vor allem wünsche ich mir, dass in den nächsten fünf Jahren sehr viele Menschen mit uns in den Urlaub fliegen und Eurowings Discover mit der besten Zeit des Jahres verbinden. Und dass wir für unsere Veranstalterpartner ein starker, zuverlässiger Airline-Partner sind, auf den sie zählen können. Und ein ganz besonderes Anliegen ist es mir, dass wir uns als Unternehmen unser besondere Kultur und den Spirit auch im Alltag erhalten.

Herr Raebiger, vielen Dank für das Gespräch.

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