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Interview "Die A380 bleibt das Emirates-Flagschiff für die kommenden zehn Jahre"

Im kommenden Jahr will Emirates wieder genauso viele Destinationen anfliegen, wie vor Corona. Welche Rolle der Airbus A380 dabei spielt und welche Pläne die Airline für Berlin verfolgt, erläutert Emirates-Manager Volker Greiner im Interview.

Ein A380 von Emirates. © AirTeamImages.com / Matthieu Douhaire

Anders als andere Fluggesellschaften geht Emirates von einer Erholung des internationalen Luftverkehrs im Jahr 2022 aus. Der Golf-Carrier fährt bereits jetzt sein Netzwerk wieder spürbar aus. Im kommenden Jahr will Emirates dann wieder 100 Prozent der Destinationen anfliegen. Im Interview mit airliners.de spricht Volker Greiner, Emirates-Verkaufschef für Nord- und Zentraleuropa, über Auswirkungen der Corona-Krise, warum die A380 weiter fester Bestandteil der Flottenplanung bleibt und warum Emirates weiter gerne nach Berlin möchte.

airliners.de: Corona hat und wird die gesamte Luftfahrt auf Jahre verändern. Werfen wir einen Blick auf den Vertrieb, welche Kundengruppen reisen denn derzeit mit Emirates?

Volker Greiner: Die Nachfrage ist steigend, aber natürlich noch bescheiden gemessen an dem, was wir vor Corona gewohnt waren. Mit der graduellen und sicheren Wiederaufnahme des Streckennetzes möchten wir dazu beitragen, die Nachfrage nach Flugreisen wieder zu stimulieren. Quarantäne und Reisewarnungen sind weiterhin Nachfragebremser. Die Kunden halten sich noch immer zurück. Der Großteil unserer Passagiere ist aktuell VFR ("Visiting Friends and Relatives"), sowie Menschen, die in Dubai ihren Wohnsitz haben oder Geschäfte machen. Zudem sehen wir ab Deutschland eine motivierende touristische Nachfrage in Richtung Indischer Ozeans, speziell auf die Malediven und die Seychellen, sowie nach Dubai.

Was in ihrer Auflistung fehlt ist der internationale Geschäftsreiseverkehr am Emirates-Hub in Dubai. Findet dieser derzeit überhaupt statt?

Das Corporate-Geschäft ist punktuell wieder da, aber im Vergleich zu vor der Pandemie noch auf einem niedrigen Niveau. Virtuelle Meetings sind derzeit noch "en vogue" und es gelten unterschiedliche Einreise- und Ausreisebeschränkungen der jeweiligen Länder. Wir glauben aber fest daran, dass der Geschäftsreiseverkehr wieder zunehmen wird. Gerade jetzt wo die Reisebeschränkungen sukzessive weiter aufgehoben und weggefallen werden. Wir verzeichnen bereits eine solide Nachfrage von Geschäftsleuten aus Deutschland Richtung Dubai.

Erwarten Sie denn eine dauerhafte Veränderung durch die digitalen Möglichkeiten?

Es wird eine Zeit dauern bis der Geschäftsreiseverkehr wieder zurückkommen wird. Verschiedene Prognosen unter anderem vom VDR rechnen damit, dass es bereits im kommenden April wieder einen etwas größeren Anteil an Businessverkehr geben wird. Die prognostizierten Zahlen bewegen sich hier zwischen 40 und 70 Prozent des Vor-Corona-Niveaus. Das ist optimistisch. Wir schätzen, dass es mindestens noch bis 2022 dauern wird, bis der Geschäftsreiseverkehr wieder bei 100 Prozent sein wird. Die digitalen Medien haben viel verändert, aber die menschliche Komponente können die digitalen Tools nicht ersetzen, zumindest nie zu 100 Prozent.

© Emirates

Über den Interview-Partner

Volker Greiner ist seit knapp zehn Jahren Vice President Commercial Operations North & Central Europe von Emirates. Greiner besitzt langjährige Erfahrung in der internationalen Luftfahrtindustrie. Er arbeitete in verschiedenen Bereichen wie Airport Operations, Corporate Communications sowie im Vertrieb bei American Airlines in Deutschland.

Wenn der Geschäftsreiseverkehr länger wegbrechen wird, werden dann im Gegenzug die allgemeinen Ticketpreise steigen?

Von: br

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