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Selbstgebackene Muffins vom Chef Intersky beschenkt Germanwings-Passagiere

Zur Ankunft der ersten Germanwings-Maschine in Friedrichshafen hat Intersky-Chef Claus Bernatzik heute morgen persönlich die Passagiere der Konkurrenz mit Geschenken überrascht. An Bord der Erstflugmaschine gab es allerdings keine Guerilla-Aktionen – dabei hatte sich die Regionalairline fast alle Tickets gesichert.

Intersky-Chef Claus Bernatzik (Mitte) überreicht Geschenke © Intersky

Germanwings hat heute erstmals den Flughafen Friedrichshafen angesteuert. Zum neuen Sommerflugplan verbindet die Lufthansa-Lowcost-Tochter den Flughafen am Bodensee im Tagesrand mit ihrem Drehkreuz in Köln. Um die Ankündigung und den Erstflug hatte es im Vorfeld Aufregung und einige Spekulationen gegeben.

Wie airliners.de berichtete, hatte die am Bodensee beheimatete Regionalairline Intersky die Germanwings-Erstflugmaschine vollgebucht - unter anderem mit einer illusteren Promi-Riege. Heute nun waren aber weder Dieter Bohlen noch Verona Pooth an Bord. Auch der Rest der insgesamt 182 von Intersky gebuchten Passagiere war nicht erschienen.

„Wir haben letzte Woche, soweit möglich, alle gebuchten Sitze wieder storniert“, erklärt Intersky-Geschäftsführer Claus Bernatzik am Vormittag auf airliners.de-Anfrage. Inwieweit auch die airliners.de-Berichterstattung zum Thema zur Auflösung der als Guerilla-Marketing geplanten Aktion beigetragen hat, bleibt offen.

Selbstgebackene Muffins vom Chef

Nach der Buchungsaktion habe man sich nun etwas Besonderes für alle Germanwings-Passagiere ausgedacht, sagte Intersky-Chef Bernatzik. Am Morgen habe er persönlich Intersky-Freiflugtickets und selbstgebackene Muffins an alle eintreffenden Germanwings-Passagiere übergeben.

Noch bis Ostern will die familiär strukturierte Intersky auf diese Weise alle Friedrichshafen-Gäste der scheinbar übermächtigen Konkurrenz beschenken, um auf die eigenen Servicevorteile hinzuweisen. „Wir sind eine kleine Regionalfluglinie und haben nicht das Marketing-Budget einer Lufthansa- Tochter. Deshalb haben wir uns halt etwas anderes einfallen lassen“, erläutert Bernatzik die Aktionen.

Schon die Sitzplatz-Buchungsaktion habe ein breites Medienecho gehabt. Man wolle „mit Charme überzeugen“. Möglicherweise hatte Intersky aber auch auf ein Presse-Event zum Erstflug spekuliert. Allerdings hatten der Flughafen und die „Günstig-Airline“ schon in der vergangenen Woche zur gemeinsamen Pressekonferenz nach Friedrichshafen eingeladen.

Der Flughafen erhofft sich von der neuen Verbindung insgesamt 100.000 Passagiere im Jahr. Neben dem touristischen Incoming-Verkehr böte Germanwings Reisenden aus der Region zudem interessante Umsteigeverbindungen in Köln.

Germanwings selbst sieht die Bodensee-Region als interessanten Markt für Privat- und Geschäftsreisende. Die Überschneidung mit Intersky, die ebenfalls die Linie Köln/Bonn anbietet, sieht Germanwings als „gesunde Konkurrenz“.

An dieser Stelle kreuzen sich die Interessen von der Intersky, von Germanwings und die des Flughafens. Immerhin muss man sehen, dass die kleine Familienairline Intersky mit rund 220.000 Passagieren in 2009 dem Flughafen fast die Hälfte aller Fluggäste gebracht hat. Auf der Köln-Route hat der Flughafen seinem „Homecarrier“ nun auf einer seiner wichtigsten Strecken die Konkurrenz angeworben.

Den Fluggast kann dies vorerst freuen. Intersky kündigte bereits an, sowohl im Preis als auch bei der Qualität dem neuen Konkurrenten Germanwings Paroli bieten zu wollen. Zum Beginn des Sommerflugplans hatte Intersky bereits eine Steigerung der Flüge nach Köln auf vier pro Tag angekündigt. Möglichkeiten gibt es also zur Genüge, die verschenkten Freiflugtickets auszuprobieren.

Von: airliners.de

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