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Leitwerke von British Airways und Iberia © AirTeamImages.com / Jorge Chavez

Die British-Airways-Mutter International Airlines Group (IAG) hat im ersten Quartal angesichts der Coronavirus-Krise einen milliardenschweren Verlust eingefahren und erwägt einen drastischen Stellenabbau.

Im Lichte der Covid-19-Ausbreitung und weil es voraussichtlich einige Jahre brauchen werde, bis die Passagiernachfrage wieder das Niveau von 2019 erreiche, werde man über eine Restrukturierungen und einen Stellenabbau nicht umhinkommen.

Es habe bereits Gespräche mit den Gewerkschaften über die geplanten Entlassungen gegeben. Dabei gehe es zunächst um Vorschläge, aber die meisten von zuletzt rund 45.000 Mitarbeitern der Fluglinie dürften betroffen sein, teilte IAG am Dienstag mit. Bis zu 12.000 Jobs könnten den Plänen demnach gar zum Opfer fallen.

"In den vergangenen Wochen haben sich die Aussichten der Luftfahrtbranche verschlechtert, und wir müssen jetzt handeln", erklärte der Chef von British Airways, Alex Cruz, in einem Brief an die Mitarbeiter. "Wir müssen diese Krise selbst überwinden. Es gibt keinen staatlichen Hilfsplan für British Airways, und wir können nicht erwarten, dass der Steuerzahler die Löhne auf unbestimmte Zeit zahlt."

Der Konzern hatte vor Kurzem bereits 22.600 Mitarbeiter wegen der Corona-Krise in Kurzarbeit geschickt. 80 Prozent des Gehalts der Mitarbeiter wurden von der britischen Regierung übernommen.

Eine halbe Milliarde Euro Verlust im ersten Quartal

Der um Sondereffekte bereinigte Verlust habe zwischen Januar und März 535 Millionen Euro betragen, teilte die Fluggesellschaft weiter mit. Ein Jahr zuvor hatte IAG noch einen operativen Gewinn von 135 Millionen Euro gemacht. Zum Ergebnis unterm Strich machte das Unternehmen zunächst keine Angaben.

Im laufenden zweiten Quartal dürfte der Verlust noch bedeutend höher ausfallen, warnte IAG. Zusätzlich zum operativen Verlust falle aktuell für Währungs- und Kerosinpreissicherungsgeschäfte eine Belastung von 1,3 Milliarden Euro an, hieß es weiter.

Der Konzernumsatz sank in den ersten drei Monaten im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro. Detaillierte Zahlen will der Konzern am 7. Mai vorlegen. Ende März habe der Konzern Finanzmittel von 9,5 Milliarden Euro zur Verfügung gehabt, davon 6,95 Milliarden Euro als Barmittel. Zu IAG gehört neben British Airways auch die Fluggesellschaften Iberia, Vueling, Aer Lingus und Level.

British Airways hatte wegen der Corona-Krise bereits Anfang April Zehntausende Mitarbeiter freigestellt. Die Airline hat etwa 4500 Piloten und 16 000 Mitarbeiter im Kabinenbereich. Hinzu kommen noch Bodenpersonal und Technik. Die Pilotengewerkschaft Balpa kündigte an, für den Erhalt jedes einzelnen Arbeitsplatzes zu kämpfen.

© dpa, Daniel Bockwoldt Lesen Sie auch: Lufthansa Group muss 10.000 Arbeitsplätze abbauen

Lufthansa hatte für das erste Quartal einen Verlust von 1,2 Milliarden Euro ausgewiesen und bereits angekündigt, konzernweit rund 10.000 Arbeitsplätze abzubauen. Zur Lufthansa Group gehören neben Lufthansa auch Eurowings, Austrian Airlines, Swiss und Brussels Airlines.