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Insolvenzverwalter sieht große Risiken für Flughafen Zweibrücken

Den Flughafen Zweibrücken plagen riesige finanzielle Schwierigkeiten. Seine Zukunft steht momentan in den Sternen. Der vorläufige Insolvenzverwalter hofft auf Investoren.

Zumindest bis Anfang November ist der Flugbetrieb in Zweibrücken mittlerweile gesichert. © Flughafen Zweibrücken

Der vorläufige Insolvenzverwalter des Flughafens Zweibrücken, Jan Markus Plathner, wagt angesichts großer finanzieller Risiken keine Prognose für die Zukunft des Airports. «Im Moment ist der Stand, dass wir keinerlei Hilfe von außen bekommen», sagte Plathner am Donnerstag in einer gemeinsamen Sitzung von Verkehrs- und Wirtschaftsausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags in Mainz. «Dem Insolvenzverwalter ist es auch nicht erlaubt, einen Betrieb weiterzuführen, wenn er Verluste einfährt.» Er betonte: «Insofern wird es eben schwierig.» Er hoffe in den nächsten Wochen auf erste Kontakte mit möglichen Investoren.

Die EU-Kommission hatte signalisiert, dass der verschuldete Airport Beihilfen von bis zu 56 Millionen Euro ans Land zurückzahlen muss. Der Flughafen meldete deshalb Insolvenz an. Bis Anfang November ist der Betrieb noch gesichert. Der Airport liegt aus EU-Sicht zu nah am Flughafen der Landeshauptstadt Saarbrücken.

© dpa, Oliver Dietze Lesen Sie auch: Für Flughafen Zweibrücken werden Investoren gesucht

Der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD) wies den Vorwurf der CDU-Fraktion zurück, der Insolvenzantrag sei zu früh gestellt worden. Er sagte, die Landesregierung hätte sich sonst der Insolvenzverschleppung mitschuldig gemacht. Nun gehe es darum, dass ein Investor nicht mit Rückforderungen belastet werde.

CDU-Oppositionschefin Julia Klöckner verlangte ein Hilfskonzept für die betroffene Region Südwestpfalz. Den kürzlich vorgestellten Aktionsplan von Rot-Grün hält sie nicht für ausreichend. «Viele haben Angst, dass die Region abgekoppelt wird», sagte sie. «Es darf nicht das Gleiche passieren wie am Nürburgring.» Die Eifel-Rennstrecke ging 2012 insolvent, nachdem die EU eine Finanzspritze des Landes abgelehnt hatte. Wegen des Ring-Ausbaus droht den Steuerzahlern ein dreistelliger Millionenschaden.

Von: dpa

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