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Die US-Investmentgesellschaft Indigo Partners bestellt 430 Mittelstreckenflugzeuge der A320neo-Familie. © Airbus / Fixion Rendering

Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat die größte Bestellung seiner Geschichte eingefädelt. Der US-Investor Indigo Partners will auf einen Schlag 430 Mittelstreckenjets aus der A320neo-Familie kaufen. Das teilte die Unternehmen bei der Unterzeichnung eines Vorvertrags am Mittwoch auf der Luftfahrtmesse in Dubai mit.

Laut Preisliste hat das Geschäft einen Wert von 49,5 Milliarden US-Dollar (42,2 Mrd Euro), bei Aufträgen dieser Art sind jedoch hohe Rabatte üblich. Die Jets sollen bei den Indigo-Partners-Billigfluglinien Frontier Airlines (USA), JetSmart (Chile), Volaris (Mexiko) und Wizz Air (Ungarn) zum Einsatz kommen.

Weiteres Wachstum für Wizzair

Wizz Air soll 146 Maschinen übernehmen, 72 A320neo und 74 A321neo. Die Auslieferung werde im Jahr 2022 beginnen, wie der Billigflieger mitteilte. Das Gros der Maschinen werde zwischen 2025 und 2026 an den Start gehen und jenen 110 Airbus A321neo folgen, die Wizz Air bereits im Jahr 2015 bestellt hat.

Sollte Indigo Partners den Vorvertrag noch vor dem Jahresende in eine verbindliche Bestellung umwandeln, würde dies dem von Korruptionsermittlungen erschütterten europäischen Konzern deutlichen Rückenwind verschaffen.

Nach Airbus hat aber auch Boeing auf der Luftfahrtmesse in Dubai am Mittwoch einen neuen Riesenauftrag verkündet. Der arabische Billigflieger Flydubai will 175 Mittelstreckenjets in der modernisierten Neuauflage 737-MAX kaufen, wie beide Seiten bekanntgaben. Zudem sichere sich die Airline Kaufoptionen über 50 weitere Jets der Reihe. Insgesamt hat Boeing damit in Dubai damit Aufträge und Vorverträge über knapp 250 Verkehrsflugzeuge eingesammelt. Airbus kommt auf über 450 Bestellungen.

Größte Auftrag in der Firmengeschichte von Airbus

Bisher plätscherten die Bestellungen in diesem Jahr eher vor sich hin, bis Ende Oktober konnte Airbus lediglich Neuaufträge über 288 Flugzeuge einsammeln. Zugleich will Konzernchef Tom Enders bis zum Jahresende rund 720 Verkehrsjets ausliefern. Mit dem Rekordauftrag von Dubai in den Büchern würde der Auftragsbestand des Herstellers entgegen bisherigen Erwartungen doch nicht schrumpfen.

Die Indigo-Partners-Bestellung umfasst 273 Exemplare in der Standardversion A320neo und 157 Flieger in der längsten Version A321neo. Die "Neos" sind die modernisierte Neuauflage der Mittelstreckenjets. Dank neuartiger Triebwerke verspricht diese einen deutlich geringeren Spritverbrauch.

Es ist der größte Auftrag in der Firmengeschichte von Airbus. Bisher war auf Platz eins eine Order des indischen Billigfliegers IndiGo, der trotz des ähnlichen Namens nichts mit dem US-Investor Indigo Partners zu tun hat. Die Inder hatten 2015 insgesamt 250 Flugzeuge zu einem Listenpreis von 27 Milliarden Dollar bestellt.

Biffle (l-r), CEO von Frontier Airlines, Barry Eccleston, Präsident von Airbus Americas, Bill Franke, Miteigentümer von Indigo Partners, John Leahy, COO Airbus, Jozsef Varadi, CEO von Wizz Air, Enrique Beltranena, Gründer und CEO von Volaris, und Estuardo Ortiz, CEO von JetSMART am 15.11.2017 auf der Luftfahrtmesse in Dubai. Foto: © dpa, Kamran Jebreili/AP

Das neue Geschäft ist auch eine Art Krönung für Airbus-Verkaufschef John Leahy, der nach einer Karriere über mehrere Jahrzehnte vor seinem Ruhestand steht. Er zog in seiner Zeit bei Airbus Aufträge über Flugzeuge im Wert von mehr als einer Billion Dollar an Land. Leahy hat einen großen Anteil daran, dass sich der europäische Hersteller zum praktisch einzigen großen Konkurrenten des immer noch weltgrößten Flugzeugbauers Boeing entwickelt hat.

Für Airbus ist der Großauftrag es auch deshalb eine positive Nachricht, weil die Dubai Air Show bisher schlecht lief - vor allem in puncto Bestellungen für den Großraumflieger A380, Sorgenkind des Konzerns. Hier warten Aktionäre und Experten eigentlich auf eine weitere große Bestellung der Fluglinie Emirates.

© Emirates, Lesen Sie auch: Dreamliner- statt A380-Order zum Messestart in Dubai

Die Rede ist dabei von einem Auftrag über 36 weitere A380 zu einem Listenpreis von knapp 16 Milliarden Dollar - doch bisher kann Airbus hier keinen Erfolg vermelden. Stattdessen unterschrieb Emirates zum Messestart am Sonntag ausgerechnet einen Vorvertrag über 40 "Dreamliner"-Jets von Boeing und brüskierte bei der Bekanntgabe des Deals die bereits erschienenen Airbus-Manager.

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