Indien lässt Streit mit der Lufthansa wieder aufleben

In Indien gibt es offenbar erneut Überlegungen, der Lufthansa, AUA und Swiss die Betriebserlaufnis zu entziehen. Begründet wird dies mit den Heimatländern der drei Airlines, doch der eigentliche Grund dürfte ein anderer sein.

Start eines Airbus A380 der Lufthansa © AirTeamImages.com / nustyR

Die Unstimmigkeiten zwischen Lufthansa und der indischen Regierung sind nun um eine Facette reicher. Einem indischen Medienbericht nach überlegt Indiens Verkehrsminister Ajit Singh erneut, ob Austrian Airlines, Lufthansa und Swiss die Verkehrsrechte für Indien entzogen werden. Man analysiere nun bilaterale Verkehrsabkommen mit der Schweiz, Österreich und Deutschland, die man verletzt sieht.

Indien ist der Meinung, dass statt Österreich und der Schweiz ein deutsches Unternehmen von den Verkehrsrechten profitieren würde. In den Verträgen ist eine Klausel enthalten, dass die maßgebliche Kontrolle im mehrheitlichen Besitz von Aktionären aus dem jeweiligen Land, beispielsweise Österreich, sein muss. Bei Austrian Airlines und Swiss ist dies indischer Ansicht nach aufgrund der Eigentümerschaft durch Lufthansa nicht der Fall, obwohl gewisse Stiftungslösungen zwischengespannt wurden.

Dahinter könnten aber auch ganz andere Absichten stecken. So scheitert der Beitritt von Air India zur Star Alliance seit längerer Zeit an der ablehnenden Haltung von Lufthansa. Hierbei scheint Indiens Verkehrsminister Singh nun durch die Drohung des Entzuges von Verkehrsrechten ordentlich Druck machen zu wollen. Bei Lufthansa sieht man dies aber auf Anfrage eher gelassen. Viel mehr habe Indien ähnliches bereits 2011 versucht, jedoch wären die Besitzverhältnisse von Swiss und Austrian Airlines rechtlich und wirtschaftlich so, dass sie in ihren Heimatländern registriert und beheimatet sind.

Die indische Fluggesellschaft Air India will seit Jahren Mitglied im weltgrößten Luftfahrtbündnis Star Alliance werden. Vor zwei Jahren war der Integrationsprozess ausgesetzt worden: Air India habe die 2007 vereinbarten Mindestvoraussetzungen für den Beitritt nicht erfüllt, hieß es zur Begründung. Das indische Außenministerium hatte kurz darauf die Schweizer Botschaft in Delhi informiert, dass die Swiss die Landerechte in Indien verlieren könnte. Begründet wurde dies damit, dass Swiss als hundertprozentige Lufthansa-Tochter keine schweizerische Fluggesellschaft mehr sei und somit die in den bilateralen Abkommen festgehaltenen Voraussetzungen nicht mehr erfüllt seien.

Darüber hinaus war der Lufthansa von den indischen Behörden verweigert worden, das Großraumflugzeug Airbus A380 nach Neu-Delhi einzusetzen. Daher nutzt die Kranichairline nun die neue Boeing 747-8 Intercontinental auf ihren Routen zum indischen Subkontinent.

Von: <a target=\"_blank\" href=\"http://www.austrianaviation.net/\">Austrian Aviation Net</a>, airliners.de

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