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Immer mit der Ruhe

Das war die Woche die war: Die EU blockt, die Icao verschiebt, die Briten diskutieren und der Himmel kann warten. Zum Glück gibt es noch Vielfliegerprogramme. Der Druck steigt, die Lösungen hinken hinterher, resümiert unser Kolumnist Andrew Charlton.

Leerer Flughafen während Corona (Symbolbild). © Adobe Stock / Ryanking999, Prawny

Der Druck steigt, die Lösungen hinken hinterher. Denn außer Vielfliegerprogrammen gibt es in der Luftfahrt nichts mehr, was dieser Tage noch Geld verdient. Da hilft es wenig, wenn die europäischen Lobby-Verbände gereizt auf Rückschläge reagieren. Denn reformiert wird so, wie eh und je. Mit Ruhe und Bedacht.

DWDWDW ("Das War Die Woche Die War")
12. bis 16. Oktober 2020

Streng genommen kam diese Nachricht bereits am Wochenende heraus, aber die europäische Branche wachte am Montag mit dem Artikel in der New York Times auf, der die Mythen hinter den Vielfliegerprogrammen entlarvte. Etliche Fluggesellschaften haben ihre doch tatsächlich Programme bei der Kapitalbeschaffung als Sicherheiten angegeben. Über große Banken kann man sicher vieles behaupten, aber es ist durchaus ein gewisses Maß an Transparenz erforderlich, um sich frisches Bargeld zu beschaffen. Es stellt sich nur die Frage nach dem Grad der Transparenz.

Delta gibt ohnehin offen zu, dass die Grundlage von Vielfliegerprogrammen "das Streben nach einem Freiflug" sei. Beachten Sie dort das Wort "Streben". Aufgrund unseres Bestrebens, das Beste rauszuholen, so fügt Delta hinzu, könne man die Kosten des Programms ganz einfach durch Änderung der Verfügbarkeiten und der Gegenwerte" kontrollieren. United spricht derweil gerne darüber, wie man "flink" sogar Rücknahmen anpassen kann. Der größte Teil des Wertes von Vielfliegerprogrammen ergibt sich aber ohnehin aus den zusätzlichen Meilen, die mit der Karte für andere Einkäufe gesammelt werden.

Der Reiseverkehr mag während Corona um 60 Prozent zurückgegangen sein, aber das Meilenansammeln nur um etwa fünf. Der Wert des United-Vielfliegerprogramms ist jetzt etwa doppelt so hoch wie der der Fluggesellschaft selbst.

Reform verschoben, Quarantäne eingeführt

Unterdessen hat die Icao in Montreal ihr Engagement für eine Reform gezeigt, indem sie das diesjährige Air Transport Regulation Panel abgesagt hat. Auf der Tagesordnung stand ein Gespräch über die mögliche Reform der "Ownership & Control"-Bestimmungen - oder genauer gesagt, über die Sicherstellung, dass Eigentum und Kontrolle nicht reformiert werden.

Nun, was das eine oder andere betrifft, so ist diese Diskussion offenbar "nicht ausgereift". Dies könnte durchaus eine visionäre Entwicklung der Icao sein. Die Kontrolle über Eigentum und Kontrolle wird wahrscheinlich bald ein universelles Problem sein, nicht nur etwas, das nach Ansicht der EU und der US-Fluggesellschaften "gemanagt" werden muss.

Über den Autor

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Andrew Charlton ist der Geschäftsführer von Aviation Advocacy, einer auf den Luftverkehr fokussierten Strategie- und Regierungsberatung mit Sitz in der Schweiz. Andrew ist zudem Herausgeber des "Aviation Intelligence Reporter", der einen zunehmend einflussreichen und unerschütterlich unabhängigen Blick auf die Luftfahrt bietet, immer durchdacht und nie einseitig.

Am Dienstag kam der Druck, an den Sie sich vielleicht noch von letzter Woche noch erinnern, zu einem Höhepunkt. Fluggesellschaften und Flughäfen haben ihn auf die Köpfe des Europäischen Rates abgewälzt, der wiederum die Notwendigkeit von Tests anstelle von Quarantäne für Flugpassagiere zumindest in Erwägung zog.

Von: Andrew Charlton Jetzt Gastautor werden

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