ILA erfindet sich neu

Die ILA in Berlin will künftig als Innovations-Messe punkten. Schon in diesem Jahr wird das neue Konzept sichtbar: Die ILA wird kürzer, kleiner und kommt mit weniger Flugprogramm aus.

Ein Mann hängt in Berlin Werbeplakate zur ILA 2014 auf. © dpa / Wolfgang Kumm

Wenn die ILA Anfang Juni auf dem BER-Messegelände südlich von Berlin die Tore öffnet, präsentiert sich die internationale Luft- und Raumfahrtausstellung erstmals seit Jahren in einem neuem Format: Aus sechs Messetagen werden vier, das Flugprogramm ist reduziert und es wird eine Halle weniger geben.

Dabei peilt der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) als Veranstalter der Messe noch weitere Veränderungen an. "Die ILA bekommt den Fokus Innovation und Nachhaltigkeit", sagte BDLI-Hauptgeschäftsführer Volker Thum am Dienstag vor Journalisten in Berlin. 2016 sei eine Übergangs-ILA, die nächste Ausgabe der Veranstaltung in zwei Jahren werde sich thematisch noch stärker fokussieren.

Die Bereiche, auf die sich die ILA zukünftig thematisch spezialisieren werde, seien genau die Qualitäten, mit denen die deutschen Zulieferer im internationalen Wettbewerb punkten können, sagte BDLI-Präsident Bernhard Gerwert: "Die deutsche Branche kann nur erfolgreich sein, wenn sie innovativ ist". Hier werde die ILA als Innovationsshow zukünftig den Fokus setzen.

Um die Zukunft der ILA hatte es in der Vergangenheit immer wieder Diskussionen gegeben, nachdem etliche Spezialmessen wie etwa die Aircraft Interiors Expo in Hamburg oder die Aero für allgemeine Luftfahrt in Friedrichshafen wichtige Teilbereiche für sich entdeckt und erfolgreich als eigenständige Themenmessen etabliert hatten.

Keine Konkurrenz mehr zu Le Bourget und Farnborough

Mit einer klaren Positionierung als Themenmesse wollen nun auch die ILA-Veranstalter punkten und wagen einen Neustart. Damit wird sich die Messe klarer als in den Jahren zuvor auch von den großen europäischen Verkaufsshows im englischen Farnborough und der Paris Air Show in Le Bourget abheben.

Die Weichen dafür sind nun gestellt: Bereits die diesjährige ILA werde auf den neuen Schwerpunkt ausgerichtet, so der BDLI. So wird ein "Innovationspreis" verliehen, ein "Startup-Day" veranstaltet und eine umfangreiche Innovations-Ausstellung in Kooperation mit dem Bundeswirtschaftsministerium umgesetzt.

Die Themen für die ILA als Innovations-Messe sind laut BDLI vielfältig: Die Entwicklungen in Sachen Drohnen, neue Materialien und Herstellungsverfahren wie 3D-Druck für bionisches Design, Big Data, Internet der Dinge und Industrie 4.0 sind den Angaben nach nur einige der neuen Aufgaben, bei denen sich die Branche aktuell behaupten muss.

© dpa, Wolfgang Kumm Lesen Sie auch: Zur Zukunft der ILA bleiben weiter Fragen offen

Maßgeblicher Innovationstreiber ist nach Ansicht des BDLI übrigens nicht mehr unbedingt das Militär. Die zivile Luftfahrt habe in vielen Bereichen die Technologieführerschaft übernommen. Dennoch soll die ILA auch zukünftig militärisch geprägt sein. Und noch etwas ist dem BDLI wichtig: Eine ILA ohne Flugshow soll es nicht geben.

Von: dh

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