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Ein Mitarbeiter von Airbus hält am Freitag (07.10.2011) eine Rote Karte mit der Aufschrift «Sauer» bei einer Kundgebung der IG Metall zum Warnstreik bei Airbus vor dem Werk in Bremen hoch. © dpa / Carmen Jaspersen

Knapp zwei Wochen vor Beginn der Tarifverhandlungen in der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall ihre Forderungen verteidigt.

Die Gewerkschaft verlangt für die Metaller in Nordwest-Niedersachsen, Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern unter anderem ein Volumen von vier Prozent mehr Geld bei einer Tariflaufzeit von zwölf Monaten. Das Volumen soll entweder in Form von Lohnerhöhungen an Beschäftigte gehen oder als Teilausgleich für eine reduzierte Arbeitszeit in Betrieben, denen die Krise stark zu schaffen macht.

"Unsere Themen lassen sich nicht weiter verschieben. Wir müssen jetzt Arbeitsplätze, Zukunft und Einkommen sichern", sagte IG-Metall-Bezirksleiter Daniel Friedrich am Donnerstag in Hamburg bei der Übergabe des Forderungspakets an den Arbeitgeberverband Nordmetall. Dafür sei ein finanzielles Volumen nötig, das je nach Lage in den Betrieben unterschiedlich eingesetzt werden könne. "Einen Teil sollen alle bekommen. Ein anderer Teil kann bei Bedarf in kriselnden Betrieben zur Sicherung von Beschäftigung dienen - und wird zum Beispiel als Ausgleich für kürzere Arbeitszeiten ausgezahlt."

Arbeitgeber: Lohnerhöhungen trotz Krise nicht vermittelbar

Der stellvertretende Nordmetall-Hauptgeschäftsführer Peter Schlaffke nannte es vernünftig, dass in dieser Krisenzeit die Beschäftigungssicherung im Vordergrund stehen solle. "Ob die Ansätze der Gewerkschaft dafür die richtigen sind, werden wir in den Verhandlungen besprechen." Höhere Löhne seien angesichts der Krise jedoch niemandem vermittelbar.

"Diese Tarifrunde muss abbilden, dass wir seit über einem Jahr eine Rezession erleben, der Strukturwandel und die Digitalisierung die Industrie vor große Herausforderungen stellen und die Corona-Krise die Metall- und Elektroindustrie schwer getroffen hat, vom Schiff- bis zum Flugzeugbau."

Die Tarifverhandlungen für die rund 140.000 Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie beginnen am 14. Dezember in Hamburg. Es sind laut IG Metall die bundesweit ersten Verhandlungen in dieser Tarifrunde.