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Aktionstag für Airbus-Arbeitsplätze an norddeutschen Standorten

Mit einem Aktionstag an den Airbus-Werken im Norden verlieh die IG Metall ihrer Forderung nach einem Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen Nachdruck. Der geplante Arbeitsplatzabbau sei überzogen und riskiere die Zukunftsfähigkeit des Konzerns.

Mitarbeiter von Airbus demonstrieren vor dem Werkstor in Bremen © dpa / Carmen Jaspersen

Mit einem Aktionstag an den Airbus-Standorten im Norden haben Beschäftigte, Betriebsräte und die IG Metall wegen der drohenden betriebsbedingten Kündigungen den Druck auf den Arbeitgeber erhöht. Gleichzeitig forderten die Gewerkschafter am Dienstag den Flugzeughersteller zu Tarifverhandlungen über den Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen auf. Statt eines Stellenabbaus setzt die IG Metall unter anderem auf Kurzarbeit, eine Vier-Tage-Woche und Arbeitszeitverkürzungen.

Bei Airbus im Norden sollen mehr als 3000 Stellen wegfallen. In Hamburg inklusive Buxtehude und Fuhlsbüttel sollen es Airbus-Angaben zufolge 2325 Stellen sein, in Bremen geht es um 445, in Stade um 365 und an weiteren Standorten um 40 Stellen. Die IG Metall Küste spricht jedoch von höheren Zahlen.

500 leere Stühle

Auf Kundgebungen, Demonstrationen und Informationsveranstaltungen machten Arbeitnehmervertreter vor den Werkstoren in Hamburg, Bremen, Nordenham, Stade und Varel deutlich, dass der geplante Abbau die Zukunft von Airbus und seinen Tochtergesellschaften gefährde. Bei Airbus in Hamburg-Finkenwerder versammelten sich coronabedingt rund 200 Beschäftigte und protestierten mit Plakaten wie "Erst Kurzarbeit, dann arbeitslos? Nicht mit uns!" gegen die Arbeitgeberpläne. Anschließend gab es einen Autokorso.

"Der geplante Personalabbau ist überzogen und riskiert die Zukunftsfähigkeit von Airbus. Wir brauchen keine Abrissbirne, sondern eine Brücke in die Zukunft", sagte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste, auf der Kundgebung in Hamburg-Finkenwerder. "Wir müssen alles tun, um die Menschen im Betrieb zu halten. Alles andere wäre verantwortungslos gegenüber den Beschäftigten und ihren Familien. Zudem brauchen wir das Fachpersonal, wenn die Auslastung wieder steigt."

© dpa, Airbus B. Lange Lesen Sie auch: 5000 Jobs in Deutschland gefährdet: IG Metall sieht Airbus im "Blindflug"

Auch in Bremen und Stade gab es Kundgebungen. Bei Premium Aerotec in Varel stellten Beschäftigte den Angaben zufolge 500 leere Stühle auf dem Gelände auf, um symbolisch jene Arbeitsplätze darzustellen, die bundesweit bei dem Unternehmen bedroht sind.

Der Luft- und Raumfahrtkonzern hatte mitgeteilt, dass der Stellenabbau die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Aktivitäten an den deutschen Standorten widerspiegele. In Hamburg-Finkenwerder und Fuhlsbüttel arbeiten der Gewerkschaft zufolge gut 14.600 Menschen, bundesweit beschäftigt Airbus an fast 30 Standorten rund 46.000 Menschen. Weltweit will der Flugzeugbauer 15.000 Stellen streichen. Die Pläne sollen bis Sommer 2021 umgesetzt werden. Die Kundgebungen im Norden waren Teil des bundesweiten Aktionstags "Wenn wir zusammenhalten, ist alles möglich" der IG Metall.

Von: dk, dpa

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