Hintergrund Corsia kann wegen Corona für Fluggesellschaften teuer werden

Der Streit über die Berechnung der Baseline-Emissionen für Corsia soll im Juni auf UN-Ebene geklärt werden. Dabei prallen die Vorstellungen von Klimaschützern und Airline-Branche aufeinander, wann und in welchem Umfang Corsia überhaupt Wirkung entfalten soll.

Ein Airbus A330 von China Airlines fliegt von Peking nach Frankfurt über die Stadt Kirowsk, während am Himmel ein Halbmond zu sehen ist. © dpa / Dmitri Lovetsky/AP

Mit Nachdruck hat der internationale Airline-Verband Iata die UN-Luftfahrtorganisation Icao erneut aufgefordert, das Jahr 2020 aus der Berechnung der Baseline-Emissionen für das globale Kompensationssystem Corsia zu streichen. "Wenn die Icao das tut, was wir vorgeschlagen haben, könnten zusätzliche Ausgleichskosten für die Airlines in Höhe von 15 Milliarden US-Dollar vermieden werden," so Michael Gill, Direktor für Luftfahrt und Umwelt der Iata, mit Blick auf die weltweit wirtschaftlich stark angeschlagene Luftverkehrsbranche.

Corsia verpflichtet die Fluggesellschaften teilnehmender Länder ab dem kommenden Jahr, jegliches Emissionswachstum gegenüber dem Emissionsdurchschnitt der Jahre 2019 und 2020 durch den Kauf von Klimaschutz-Zertifikaten zu kompensieren. "Mit einem Durchschnitt hoffte man, die Auswirkungen eines ungewöhnlich guten oder ungewöhnlich schlechten Jahres zu vermeiden", so Gill.

Doch der Einbruch des Verkehrsaufkommens im zivilen Luftverkehr und damit auch beim Emissionsausstoß im Corona-Jahr 2020 ist so gewaltig, dass das Emissionswachstum der kommenden Jahre wahrscheinlich sehr viel höher ausfallen wird, als bei der Festlegung der Baseline-Jahre absehbar war.

Emissionen 2020 auf Niveau von 1995

Man gehe mittlerweile davon aus, dass die weltweiten CO2-Emissionen des Luftverkehrs in diesem Jahr 250 Millionen Tonnen nicht übersteigen, so die Iata in einem Positionspapier. Sie lägen damit auf dem Niveau von 1995. Bilde man daraus einen Durchschnitt mit den 2019-Emissionen würde man auf den CO2-Wert der ganzen Branche von 2010 kommen. Die Corsia-Baseline wäre damit "um 30 Prozent härter als geplant."

Von: Dennis Kazooba

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