airliners.de Logo

Icao empfiehlt Temperaturmessungen und Abstand an Bord

Die Luftfahrtorganisation der UN spricht sich für das Tragen von Masken, Temperaturmessungen aus, um Fliegen in Corona-Zeiten sicher zu machen. Zudem soll in der Kabine ein Meter Abstand gehalten werden. Rechtlich bindend sind die Empfehlungen nicht.

Ein Monitor zeigt die Aufnahme einer Wärmebildkamera an, die die Körpertemperatur von Passagieren am Terminal eines Flughafens misst. © dpa / Ahn Young-Joon

Die UN-Luftfahrtorganisation Icao empfiehlt Temperaturmessungen, das Tragen von Masken, sowie Abstände von einem Meter zwischen den Passagieren an Bord als Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus im Flugverkehr. Die zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation WHO, anderen UN-Unterorganisationen sowie der Internationalen Luftverkehrsvereinigung (Iata) erarbeiteten Empfehlungen wurden am Montag veröffentlicht.

Laut Icao sollten die Passagiere beim Eintreffen am Flughafen einen medizinischen Nachweis über ihre Gesundheit vorlegen und ihre Temperatur gemessen werden. Eine zweite Temperaturmessung solle am Ende der Reise erfolgen.

Die Organisation empfiehlt ferner die möglichst weitgehende Verwendung elektronischer statt ausgedruckter Flugtickets. Generell wird zum Einsatz "kontaktloser" Technologien wie Gesichts- und Iris-Erkennung geraten. Auch bei den Sicherheitskontrollen an den Airports solle auf die möglichst weitgehende Vermeidung von physischem Kontakt geachtet werden.

Das Tragen von Atemschutzmasken innerhalb der Terminals und Flugzeuge solle vorgeschrieben werden, heißt es weiter in dem Icao-Papier. Die Organisation empfiehlt zwar, dass an Bord ein Abstand zwischen den Reisenden von einem Meter gewahrt werden sollte. Allerdings plädiert die Organisation nicht ausdrücklich dafür, dass jeder zweite Sitz frei bleibt. Die Fluglinien warnen, dass eine solche Vorschrift die Wirtschaftlichkeit ihrer Verbindungen gefährden würde.

Schlangestehen soll vermieden werden

An Bord sollten sich die Passagiere laut Icao so wenig wie möglich von ihren Sitzen fortbewegen. Das Schlangestehen vor den Toiletten solle unterbunden werden. Flugbegleiter sollten mit spezieller Schutzausrüstung wie medizinischen Masken, Schutzschirmen für das Gesicht und Handschuhen ausgestattet werden, schlägt die Organisation zudem vor.

Die Vorschläge haben allerdings keinen verbindlichen Charakter. Die Icao appelliert an Regierungen und Behörden, die Betreiber von Flughäfen sowie die Fluggesellschaften, weltweit einheitliche Regeln zum Schutz gegen das Coronavirus einzuführen, "über die Konsens besteht".

© dpa, Richard Wainwright/AAP Lesen Sie auch: EU empfiehlt leere Sitze und Schutzmasken bei Flugreisen

Der weltweite Passagierverkehr in der Luftfahrt war durch die Corona-Pandemie weitgehend zum Erliegen gekommen. Inzwischen läuft der Passagierverkehr aber wieder etwas an. Die EU und auch Deutschland hatten bereits eigene Richtlinien vorgestellt, die sich zum Teil von den Icao-Richtlinien unterscheiden. So verzichtete Deutschland etwa auf Vorgaben zu leeren Mittelsitzen.

Die Covid-19 Regularien "Guidance for Air Travel" (CART) erstrecken sich neben Vorschlägen in Flughäfen und an Bord für Passagiere auch auf empfohlene Maßnehmen im Air-Cargo-Bereich sowie für Luftfahrtpersonal. Sie können auf einer speziellen Icao-Webseite eingesehen werden.

Von: br, afp

Lesen Sie jetzt

Lesen Sie mehr über

Fluggesellschaften Tourismus Behörden, Organisationen ICAO Corona-Virus Rahmenbedingungen Politik Flughäfen Passenger Experience